Programmierung von grundlegende Klängen in Sculpture in Logic Pro für den Mac

Dieser Abschnitt behandelt das Erzeugen von Grundklängen wie Orgel, Bass, Gitarre usw. Siehe Erstellen von akustischen Instrumenten in Sculpture, Programmierung von Streichinstrumenten in Sculpture und Beispiele zur Programmierung eines klassischen Synthesizers in Sculpture.

Detailliertere Informationen zur Programmierung bestimmter Klangtypen findest du unter Programmieren von elektrischen Bässen in Sculpture und Programmierung von Synthesizer-Sounds in Sculpture.

Wir möchtest dir im Folgenden zu Ausgangspunkten für deine eigenen Experimente verhelfen und dich mit verschiedenen Herangehensweisen bei der Klangprogrammierung mit Sculpture vertraut machen. Wenn du vertrauter mit Sculpture und seiner Component-Modeling-Klangerzeugung bist, wirst du feststellen, dass es verschiedene Wege zum Erreichen eines Ziels gibt. Das heißt, dass jede Komponente des Klangs mit verschiedenen Techniken und Parametern geformt werden kann. Diese Flexibilität ermöglicht es dir, beispielsweise einen Blechbläser-Sound auf mehrere Arten zu erzeugen. So kannst du bei einer Variante den Waveshaper als wichtigstes klangbildendes Element einsetzen und bei einer zweiten Variante mit dem Filter und dem Body EQ die gleichen Klangteile erzeugen.

Ein gutes Verständnis der physikalischen Vorgänge in dem Instrument, das du nachbilden möchtest, ist naturgemäß von Vorteil. Obwohl du im Internet einiges an Informationen zu diesem Thema recherchieren kannst, bietet sich doch der im Folgenden beschriebene Ansatz für die meisten Situationen an, in denen du einen neuen Klang gestalten möchtest.

  • Wie wird der Klang des Instruments erzeugt?

    • Erzeugt eine Saite den Klang, die an einem resonierenden Korpus vibriert (wie bei einer Gitarre oder Geige)?

    • Erzeugt eine schwingende Luftsäule in einer Röhre den Klang (wie bei einer Flöte oder Trompete)?

    • Erzeugt ein geschlagenes festes Objekt die Schwingung (wie bei einem Holzblock)?

    • Erzeugt ein hohles Objekt die Schwingung (wie bei einer Trommel oder Glocke)?

  • Woraus ist das Instrument gemacht?

    Denke beim Beantworten dieser Frage nicht nur an den Korpus des Instruments. Beachte auch das schwingende Element: die Nylon- oder Stahlsaiten bei einer Gitarre, die Dicke und Beschaffenheit des Blättchens in einer Klarinette oder Oboe usw.

  • Ist das Instrument polyphon oder monophon?

    Dies ist ein wichtiger Aspekt und bezieht sich auch auf die nächste Frage, in der es darum geht, wie das Instrument gespielt wird. Manche Unterschiede zwischen monophonen und polyphonen Instrumenten liegen auf der Hand. Zum Beispiel kann man auf einer Flöte keine Akkorde spielen. Ein subtilerer Unterschied ist die Art, wie eine modellierte, aber derzeit nicht gespielte Saite mit einer klingenden Saite interagiert. Vergleichbares kann in einer Flöte nicht passieren, da sie ein pures „Ein-Noten-Instrument“ ist.

  • Wie wird das Instrument gespielt?

    Wird es gestrichen, geblasen, geschlagen oder gezupft?

  • Gibt es weitere Aspekte, die zum Klang des Instruments beitragen?

    • Ändern der Lippenspannung und der Mundposition bei Blech- und Holzblasinstrumenten

    • Atmen oder mechanische Geräusche

    • Kurzzeitige Tonhöhenschwankungen – wenn beispielsweise die Finger auf das Griffbrett gepresst werden oder eine Saite angerissen wird.

    • Kurzzeitige Klang- oder Lautstärkeschwankungen – wenn beispielsweise dem Spieler eines Blechblasinstruments die Luft knapp wird oder das Flattern der Ventile.

    Nachdem du eine Liste solcher Eigenschaften erstellt hast, solltest du versuchen, jede einzelne dieser Komponenten, die zum Klang beitragen, zu modellieren. Genau darum geht es beim Component Modeling.

    Zu Anfang sei betont, dass die nachfolgenden Beispiele lediglich ein oder zwei Herangehensweisen demonstrieren, das gewünschte Ziel zu erreichen. Es gibt viele verschiedene Methoden, um jede Komponente eines Klangs zu modellieren. Behalte dies im Gedächtnis und beachte Folgendes:

    • Experimentiere mit den vorgeschlagenen Parametern, um deine eigene Version dieser Klänge zu gestalten. Stelle nach Belieben eigene Werte ein, wenn die aktuell eingestellten beispielsweise noch nicht exakt deinen Vorstellungen vom idealen Bass-Klang entsprechen.

    • Subtile Änderungen (besonders bei den Keyscale-Parametern) können kontrolliertere Klänge hervorbringen. Nimm dir die Zeit und probiere alles aus, während du den Beispielen folgst.

    • Bediene dich anderer Benutzereinstellungen und der Werkseinstellungen, sowohl als Ausgangspunkt für eigene Kreationen als auch als Studienobjekt. Bestehende Settings geben interessante Einblicke darin, wie ein Sound hergestellt wurde. Aktiviere oder deaktiviere die unterschiedlichen Parameter, um zu sehen, welchen Beitrag sie zum Gesamtklang leisten.

    Viel Spaß und hab keine Angst vor etwas ausgefalleneren Experimenten – du kannst nichts kaputt machen!

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