Resynthese

Man kann die Frequenzanteile eines aufgezeichneten Sounds analysieren und dann im Zuge einer automatisierten additiven oder spektralen Synthese rekonstruieren. Weitere Informationen findest du unter Additive Synthese und Spektral-Synthese.

Auf einer grundlegenden, konzeptionellen Ebene sind additive und spektrale (Modeling-)Synthese in dem Sinne ähnlich, als dass beide Verfahren komplexe Töne durch Addieren vieler einfacherer Signale nachbilden können. In der Praxis sind die beiden Verfahren jedoch sehr unterschiedlich. Die additive Resynthese versucht die harmonische Struktur einer Audiodatei nachzuvollziehen und dann jeden einzelnen Ton mit einer eigenen Sinuswelle zu reproduzieren. Bei der Spektral-Resynthese hingegen wird das sich ändernde Frequenzspektrum eines Signals analysiert und versucht, diese Spektralcharakteristika im Resynthesesignal zu reproduzieren.

Ein additives Resynthesesystem erzeugt eine Reihe von Sinuswellen mit dem entsprechenden Pegelverlauf für jede Harmonische. Dies wird durch Berechnung der Frequenz und der Amplitude jeder Harmonischen im gesamten Frequenzbereich des analysierten Tons erreicht. Nach der Resynthese hat man aber die Möglichkeit, in die Abläufe und Pegel jeder Harmonischen (Sinuswelle) einzugreifen. Dadurch könnte man einen harmonischen Klang beispielsweise in einen unharmonischen verwandeln.

In einem spektralen Resynthesesystem ist das hörbare Spektrum in eine Vielzahl von „Spektral-Bins“ unterteilt und die Verteilung der Energie, die sich in den Bins befindet, wird analysiert. Der Ton wird durch Auffüllen dieser Spektral-Bins mit der benötigten Signalstärke (entweder mithilfe von Sinuswellen oder gefiltertem weißem Rauschen) und anschließendes Addieren der Signale reproduziert.

Die unterschiedlichen Ansätze verdeutlichen, dass sich die beiden Verfahren jeweils für unterschiedliche Klangtypen eignen. Die additive Resynthese eignet sich am besten zum Reproduzieren einzelner Noten mit klarer harmonischer Struktur. Die spektrale Resynthese eignet sich eher für komplexe, unharmonische Klänge wie Drums oder polyphones Audiomaterial, das überwiegend aus Akkorden und weniger aus individuellen Noten besteht.

Alchemy kann Töne mithilfe additiver oder spektraler Verfahren reproduzieren. Alchemy kann außerdem eine Resynthese mithilfe einer Kombination aus zwei Verfahren durchführen. Dies ist besonders für Klänge nützlich, die klare Pitch-Komponenten und laute Komponenten aufweisen. Beispiele für solche Töne sind der Hammerschlag eines Klaviers und der Saitenklang sowie das Atemgeräusch einer Flöte und der Flötenton.

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