Punch In/Out bei Audioaufnahmen in Logic Pro for Mac

Die Punch-Aufnahme ist eine Methode, bei der ein Teil einer vorhandenen Aufnahme während der Wiedergabe überschrieben wird, wobei nichts vor oder nach diesem bestimmten Abschnitt verändert wird. An der Punch-In-Position wird in der betreffenden Spur die Wiedergabe unterbrochen und die Aufnahme gestartet. An der Punch-Out-Position endet die Aufnahme und die Wiedergabe wird wieder fortgesetzt. Du kannst zwischen zwei Punch-Aufnahmemodi auswählen: Modus „Schnelles Punch-In“ und Autopunch-Modus.

Wenn die Option „Vollständige Funktionen aktivieren“ unter „Logic Pro“ > „Einstellungen“ > „Erweitert“ ausgewählt ist, ist die Punch-Aufnahme verfügbar.

Modus „Schnelles Punch-In“

Eine nützliche und gängige Aufnahmemethode besteht darin, die Aufnahme beim Anhören des zuvor aufgenommenen Materials zu starten und zu stoppen. Diese Methode wird auch als „Punch on the Fly“ bezeichnet. Hiermit lassen sich Fehler korrigieren oder alternative Aufnahmen für einen bestimmten Abschnitt erstellen. Aktiviere den Modus „Schnelles Punch-In“, um sicherzustellen, dass zwischen der Wiedergabe und der Aufnahme keine hörbaren Lücken entstehen.

Tatsächlich ist es so, dass im Modus „Schnelles Punch-In“ bei der Wiedergabe durchgehend im Hintergrund „aufgenommen“ wird. Daher müssen doppelt so viele verfügbare Channel-Strips vorhanden sein, wie für die Aufnahme aktiviert wurden. Wird die erforderliche Anzahl an Channel-Strips überschritten, wird ein Dialogfenster eingeblendet.

Wichtig: Es wird empfohlen, den Modus „Schnelles Punch-In“ aktiviert zu lassen (Standardmodus). Du musst ihn nur deaktivieren, wenn du mehr als die verfügbare Anzahl an Channel-Strips aufnimmst (in einem neuen Projekt mit über 1.000 Spuren) oder wenn deine Festplatte für die Aufnahme vieler Spuren zu klein ist. Du kannst den Modus deaktivieren, indem du Aufnahme“ > „Schnelles Punch-In erlauben“ auswählst oder bei gedrückter Taste „ctrl“ auf die Aufnahmetaste klickst und dann „Schnelles Punch-In erlauben“ aus dem Kontextmenü auswählst.

Autopunch-Modus

Beim Autopunch-Modus werden zuvor festgelegte Punch-In- und Punch-Out-Punkte zum Starten und Stoppen der Aufnahme verwendet. Ein Vorteil dabei ist, dass du dich ganz auf das Spielen konzentrieren kannst und dich nicht um die Bedienung der Software kümmern musst. Ein weiterer Vorteil ist, dass du Start und Ende der Aufnahme präziser einstellen kannst als mit aktivierter Option „Punch on the Fly“.

Autopunch-Modus

Hinweis: Die Punch-Aufnahme funktioniert nur für aufnahmebereite Spuren.

Aktiviere das Auto-Eingang-Monitoring (diese Option ist standardmäßig aktiviert), um Punch-In- und Punch-Out-Positionen bei der Punch-Aufnahme beurteilen zu können. Ist diese Option aktiviert, ist das Eingangssignal nur während der eigentlichen Aufnahme hörbar; davor und danach sind die zuvor aufgenommenen Audiodaten in der Spur zu hören. Ist das Auto-Eingang-Monitoring deaktiviert, ist stets das Eingangssignal zu hören.

Auto-Eingang-Monitoring einschalten

Führe in Logic Pro einen der folgenden Schritte aus:

  • Wähle „Aufnahme“ > „Auto-Eingang-Monitoring“.

  • Klicke bei gedrückter Taste „ctrl“ auf die Aufnahmetaste  in der Steuerungsleiste und wähle im Kontextmenü die Option „Auto-Eingang-Monitoring“.

Im Modus „Schnelles Punch-In“ aufnehmen

  1. Wähle in Logic Pro eine der folgenden Optionen, um den Modus „Schnelles Punch-In“ zu aktivieren:

    • Wähle „Aufnahme“ > „Schnelles Punch-In erlauben“.

    • Klicke bei gedrückter Taste „ctrl“ auf die Aufnahmetaste  in der Steuerungsleiste und wähle im Kontextmenü die Option „Schnelles Punch-In erlauben“.

  2. Klicke auf die Wiedergabetaste  in der Steuerungsleiste und verwende den Tastaturkurzbefehl für „Aufnahme ein/aus“ an dem Punkt, an dem die Aufnahme gestartet werden soll.

    Die Audioaufnahme startet sofort.

  3. Klicke auf die Stopptaste  in der Steuerungsleiste oder verwende erneut den Tastaturkurzbefehl für „Aufnahme ein/aus“, um die Aufnahme zu stoppen. Wenn bereits eine Audioregion vorhanden war, als du im „Punch on the Fly“-Modus aufgenommen hast, ersetzt eine neue Audioregion mit deiner Aufnahme die zuvor aufgenommene Region.

    Wenn du den Tastaturkurzbefehl für „Aufnahme ein/aus“ ein zweites Mal verwendest, endet die Aufnahme, aber die Wiedergabe wird fortgesetzt.

    Hinweis: Du kannst den Tastaturkurzbefehl für „Aufnahme ein-/ausschalten“ auch verwenden, wenn der Modus „Schnelles Punch-In“ nicht aktiviert ist. Dies führt jedoch zu einer Verzögerung, wenn du zwischen dem Wiedergabe- und Aufnahmemodus hin- und her wechselst, und folglich zu einem Dropout aller Audiospuren.

Im Autopunch-Modus aufnehmen

  1. Wähle in Logic Pro eine der folgenden Optionen, um den Autopunch-Modus zu aktivieren:

    • Klicke auf die Taste „Autopunch“  in der Steuerungsleiste.

      Hinweis: Du kannst die Taste „Autopunch“ hinzufügen, indem du die Steuerungsleiste anpasst. Weitere Informationen findest du unter Anpassen der Steuerungsleiste.

    • Klicke bei gedrückter Wahl- und Befehlstaste auf eine beliebige Stelle im Lineal.

    Der Autopunch-Bereich wird durch eine rote Linie im mittleren Drittel des Lineals gekennzeichnet und die linken und rechten Locator-Punkte dienen als Punch-In- und Punch-Out-Punkte.

    Abbildung. Punch-In- und Punch-Out-Punkte im Autopunch-Bereich
  2. Wähle eine der folgenden Optionen, um den Autopunch-Bereich einzustellen:

    • Bewege die Punch-In- und Punch-Out-Punkte auf dem Lineal.

    • Bewege die Autopunch-Locator-Felder in der Steuerungsleiste in vertikaler Richtung.

      Abbildung. Autopunch-Locator-Felder in der LCD
    • Bewege den Cycle-Bereich in den Autopunch-Bereich, um den Autopunch-Bereich schnell an den Cycle-Bereich anzupassen.

    • Verwende das Marquee-Werkzeug, um den Autopunch-Bereich auf der Spur auszuwählen.

      Hinweis: Um das Marquee-Werkzeug auf diese Weise zu verwenden, klicke bei gedrückter Taste „ctrl“ auf die Taste „Autopunch“  in der Steuerungsleiste und stelle sicher, dass die Option „Marquee-Auswahl aktiviert Autopunch-Aufnahme“ im Kontextmenü ausgewählt ist.

  3. Platziere die Abspielposition an einer beliebigen Position vor dem Punch-In-Punkt.

  4. Klicke auf die Aufnahmetaste  in der Steuerungsleiste (oder drücke die Taste „R“), um die Aufnahme zu starten.

  5. Klicke auf die Stopptaste  in der Steuerungsleiste (oder drücke die Leertaste), um die Aufnahme zu stoppen.

    Es wird eine Region erstellt, die der Länge des Autopunch-Bereichs entspricht. Audio-Eingang, der vor dem Punch-In- oder nach dem Punch-Out-Punkt eingeht, ist wie gewohnt ein Logic Pro-Stream, wird jedoch nicht aufgenommen.

Wenn du einen schwierigen Teil einer bestimmten Passage korrigieren möchtest, kannst du dazu die Cycle- und die Autopunch-Funktion kombinieren. Bei der Cycle-Aufnahme kannst du die Passage so lange wiederholen, bis schließlich der endgültige Take aufgenommen ist. Bei jedem Cycle-Durchgang werden nur Events oder Audiosignale aufgenommen, die innerhalb des durch die Autopunch-Locator-Punkte festgelegten Bereichs liegen. So kannst du die vorangehenden Song-Passagen nutzen, um dich besser auf den Song-Groove einzustimmen.

Punch-In-Punkt setzen

Du kannst mit einer Marquee-Linie einen vordefinierten Punch-In-Punkt setzen. Ab diesem Punch-In-Punkt kannst du eine Aufnahme starten, die bis zum Ende deines Projekts geht oder bis zum dem Punkt, an dem du die Aufnahme beendest.

  1. Klicke in Logic Pro bei gedrückter Taste „ctrl“ auf die Taste „Autopunch“  in der Steuerungsleiste.

    Hinweis: Du kannst die Taste „Autopunch“ hinzufügen, indem du die Steuerungsleiste anpasst. Weitere Informationen findest du unter Anpassen der Steuerungsleiste.

  2. Wähle „Marquee-Linie aktiviert Autopunch-Aufnahme“ im Kontextmenü aus.

  3. Klicke mit dem Marquee-Werkzeug auf die Stelle in der Spur, an der du den Punch-In-Punkt setzen möchtest.

    Der Autopunch-Bereich wird durch einen roten Streifen im mittleren Drittel des Lineals angezeigt und erstreckt sich bis zum Ende deines Projekts.

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