Reverb-Effekte in Logic Pro für den Mac

Reverb-Effekt-Plug-ins dienen der Erzeugung von Nachhall und der Raumsimulation, etwa von Räumen, Konzertsälen, Kathedralen oder Höhlen.

Wenn du noch keine Erfahrung mit der Verwendung von Plug-ins in Logic Pro hast, lies die Informationen unter Hinzufügen, Entfernen, Bewegen und Kopieren von Plug-ins in Logic Pro für den Mac.

Schallwellen werden im Raum mehrfach von dessen Begrenzungsflächen – Wände, Decken, Fenster – oder auch von Objekten, die sich im Raum befinden, zurückgeworfen. Dabei verliert das Signal durch Absorption nach und nach an Stärke, bis es nicht mehr hörbar ist. Diese reflektierten Schallwellen werden in einem Reflexionsmuster wiedergegeben, das üblicherweise als Reverberation (bzw. Reverb) bezeichnet wird.

Der Anfang eines Hallsignals besteht aus einer Anzahl einzelner Reflexionen, die du eindeutig vor der Entstehung des diffusen Nachhalls wahrnehmen kannst. Diese frühen Reflexionen sind ein wesentliches Element der menschlichen Wahrnehmung räumlicher Eigenschaften, etwa der Größe und Form eines Raums.

Abbildung. Nachhall-Diagramm

Räume, Platten, digitale Reverb-Effekte (Halleffekte) und Faltungshall

Die erste in der Musikproduktion hinzugefügte Form von Hall (Reverb) kam 1947 zum Einsatz, als Bill Putnam ein Badezimmer, das sich neben dem Aufnahmestudio befand, als Echokammer nutzte. Im Laufe der Jahre bauten dann viele Studios spezielle Räume mit harten Oberflächen, die als entsprechende Echokammer dienten. Sie wurden verwendet, um das Signal mit realistischen Rauminformationen anzureichern.

Ab den 1950er-Jahren wurden mechanische Komponenten wie Metallplatten und Federn verwendet, um dem Signal eines Musikinstruments und den Mikrofonen Hall hinzuzufügen.

Darüber hinaus ist es mit der algorithmischen Reverb-Technologie möglich, zu reproduzieren, wie sich Schallwellen in verschiedenen akustischen Umgebungen verhalten. Diese digitalen Reverbs werden seit den 1970er-Jahren verwendet. Sie bestehen aus Tausenden von Delays mit unterschiedlicher Länge und Intensität. Die Zeitdifferenz zwischen dem Originalsignal und den frühen Reflexionen kann mithilfe eines Parameters, der als Predelay bezeichnet wird, angepasst werden. Die durchschnittliche Anzahl von Reflexionen in einem vorgegebenen Zeitabschnitt wird durch den Density-Parameter (für die Dichte) bestimmt. Mit dem Diffusion-Parameter steuerst du die Regelmäßigkeit oder Unregelmäßigkeit der Reflexionsdichte. Zusätzlich zu den digitalen Reverb-Effekten enthält Logic Pro die einzigartigen Effekte EnVerb, SilverVerb und ChromaVerb.

Der Quantec Room Simulator, der 1982 auf den Markt kam, ist ein spezieller algorithmischer Reverb-Effekt, der die Resonanzmodi von natürlichen Räumen simuliert und dadurch extrem akkurate realistische Nachhalleffekte erzeugt. Das Quantec Room Simulator-Plug-in verwendet den Originalcode dieses Algorithmus und stellt zwei Reverb-Modi zur Verfügung: QRS und YardStick.

Dank der Computertechnik konnten die Halleigenschaften von echten Räumen durch die Verwendung von Convolution Reverbs (Faltungshall), die Anfang 2000 verfügbar waren, gesampelt und analysiert werden. Diese Aufnahmen von Raumeigenschaft-Samples werden als Impulsantworten bezeichnet. Convolution Reverb (Faltungshall) wird erzeugt, indem ein Audiosignal (deine Aufnahme) mit der Aufnahme der Impulsantwort der Raumhalleigenschaften gefaltet (kombiniert) wird. Space Designer war einer der ersten Convolution Reverbs.

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