Hinzufügen von Effekten zum selbst erstellten Bass-Sound in Sculpture in Logic Pro

Schwebungen und Ensemble-Effekte werden normalerweise durch einen Modulationseffekt oder durch kombinierte Doppelung und Verstimmung erzeugt. Beim Einsatz eines Fretless Bass für Solo-Linien wirkt ein breiter Chorus-Effekt oft sehr gut.

Sculpture kann jedoch immer nur eine Note gleicher Tonhöhe zur gleichen Zeit erzeugen, deshalb kommt eine Doppelung nicht in Frage. Allerdings gibt es alternative Möglichkeiten, Bewegung in den Klang zu bringen. Immerhin können fast alle Type-Parameter der verschiedenen Objekte mit den LFOs moduliert werden, sodass sich extrem viele Kombinationsmöglichkeiten ergeben.

In der Regel werden Bässe ohne Effekte gemischt (dry), aber ein klein wenig Nachhall klingt bei einem Fretless Bass sehr gut, wenn er als Solo-Instrument eingesetzt wird. Setze hierfür den Delay-Bereich ein. Starke Delay-Effekte werden aber eher im Bereich Dub-Reggae eingesetzt.

Chorus-Effekt durch Modulieren der Pickup-Positionen in Sculpture nachbilden

  1. In Logic Pro– Stelle sicher, dass das Setting „Fretless Roundwound#1“ geladen ist.

  2. Verschiebe die Position von „Pickup B“ auf den Wert 0,20.

  3. Klicke auf die halbkreisförmige Pickup-Taste von „Spread“ (neben dem Level-Drehregler) und ziehe nach oben.

    Die beiden hellblauen Punkte bewegen sich jetzt nach unten zu den Markierungen L und R.

    Du bemerkst, dass der Fretless-Sound jetzt an Stereo-Breite gewonnen hat. „Pickup A“ wird über den rechten Kanal ausgegeben, „Pickup B“ über den linken Kanal.

    Abbildung. Spread-Parameter

Hinweis: Obwohl nur moderne Bässe derartige Stereo-Funktionen bieten, macht es Spaß, auch konventionelle Sounds mit diesem Effekt zu bearbeiten. Allerdings sind nicht alle Pickup-Positionen monokompatibel. Überprüfe dies ggf. durch Zurücksetzen der Einstellung auf Mono. Klicke hierfür auf die Pickup-Taste bei gedrückter Wahltaste.

Positionen der Pickups in Sculpture festlegen

  1. In Logic Pro– Wähle „LFO1“ aus.

  2. Klicke auf die Taste „1“ (rechts oben neben dem RateMod-Schieberegler), um das erste Modulationsziel zu aktivieren.

  3. Wähle „Pickup Pos A-B“ als Modulationsziel.

  4. Setze den Rate-Drehregler auf 1,00 Hz.

  5. Um den Effekt hörbar zu machen, musst du die Modulationsintensität (Amount) einstellen. Mach dich mit diesem Effekt vertraut, indem du den Schieberegler „amt“ schrittweise nach rechts bewegst. Setze diesen schließlich auf 0,15. Dies ist eine moderate Einstellung, die nicht zu sehr schwankt.

  6. Sichere das Setting unter dem Namen „Fretless Chorus Dry“.

Tipp: Bei maximaler Stereo-Breite sind auf Verstimmung beruhende Effekte weniger signifikant, besonders dann, wenn Schwebungen das Ergebnis von Signaldifferenzen zwischen linkem und rechtem Kanal sind. Dies gilt hier nur eingeschränkt, da die Pickup-Bewegung keinen „echten“ Chorus- oder Harmonizer-Effekt erzeugt. Probiere dennoch einmal aus, was passiert, wenn die Stereo-Breite wieder etwas eingeschränkt wird. Probiere auch andere Modulationsziele wie „Pickup Pos A+B“, „Pickup Pan A+B“, „Pickup Pan A−B“ und „String Stiffness“.

Dezente räumliche Atmosphäre in Sculpture erzeugen

Dieses Beispiel zeigt, dass sich der Delay-Bereich quasi als Hallersatz für kleine Räume verwenden lässt. Für ausgefeilte Halleffekte bearbeitest du am besten den Output von Sculpture mit einem der Reverb-Plug-in.

  1. In Logic Pro– Lade das soeben gesicherte Setting „Fretless Chorus Dry“.

  2. Klicke auf die Delay-Taste, um den Delay-Bereich zu aktivieren.

  3. Stelle den Input-Balance-Schieberegler auf den Wert 1,00.

  4. Klicke auf die kleine Sync-Taste rechts neben dem Schieberegler „Delay Time“, um die Tempobindung des Delays auszuschalten.

    Abbildung. Delay-Parameter
  5. Stelle für „Delay Time“ den Wert 90 ms ein.

  6. Weise dem Xfeed-Drehregler den Wert 0,30 zu.

    Die einzelnen Reflexionen sind jetzt noch zu aufdringlich. Um das Ganze dezenter und unauffälliger zu machen, passe Frequenzgang und Amplitude der Reflexionen an. Beginne mit dem Frequenzgang:

  7. Setze ebenfalls im Delay-Bereich „LoCut7 auf 200 Hz und „HiCut“ auf 1000 Hz.

    Der LoCut-Wert von 200 Hz bewirkt, dass die tiefen Frequenzen nicht in die Reflexionen gelangen und ein mulmiges Klangbild erzeugen. Die verhältnismäßig drastische Höhenabsenkung via „HiCut“ verschleiert die einzelnen Reflexionen und erzeugt so lediglich den Eindruck eines kleinen Raums mit recht weichen Oberflächen.

  8. Setze den Drehregler „Wet Level“ auf 25 %, um den gesamten Effektanteil zu reduzieren.

  9. Sichere das Setting unter dem Namen „Fretless Chorus+Ambience“.

Extremen Delay-Effekt in Sculpture erzeugen

  1. In Logic Pro– Lade erneut das Setting „Fretless Chorus Dry“.

  2. Schalte den Delay-Bereich ein.

  3. Bewege den Input-Balance-Schieberegler ganz nach rechts auf den Wert 1,00.

  4. Stelle für „Delay Time“ den Wert „1/4t“ (Vierteltriole) ein.

  5. Stelle mit dem Feedback-Drehregler den Wert 0,20 ein.

  6. Weise dem Xfeed-Drehregler den Wert 0,30 zu.

  7. Setze „LoCut“ auf 200 Hz und „HiCut“ auf 1600 Hz.

  8. Passe nun den gesamten Effektanteil an. Versuche es mit dem Wert 45 % für „Wet Level“.

  9. Variiere jetzt Stereo-Position und Rhythmusstruktur des Delays, indem du den kleinen hellblauen Cursor im Delay Pad bewegst.

  10. Sichere das Setting unter dem Namen „Fretless Chorus+Wet Delay“.

Handbücher zum Download:

Logic Pro – Benutzerhandbuch: Apple Books

Logic Pro – Instrumente: Apple Books

Logic Pro – Effekte: Apple Books

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