Routen von Audio über Send-Effekte in Logic Pro

Du kannst Send-Effekte verwenden, wenn du Effekt-Plug-ins vom Signalfluss eines Channel-Strips getrennt halten möchtest oder wenn du denselben Effekt für mehr als einen Channel-Strip verwenden möchtest. Sobald du einen Send erstellst, teilst du das Signal des Channel-Strips. Das Hauptsignal des Channel-Strips wird weiter zum gewählten Ausgang gesendet. Der andere Teil des Signals wird parallel dazu weiter geroutet, und zwar über einen Bus zu einem Aux-Channel-Strip. Verwende den Send-Drehregler, um zu steuern, wie groß der Anteil des Signals ist, der über diesen Bus gesendet wird. Dies wird als paralleles Routing bezeichnet. Du kannst das Signal an einem späteren Punkt in den Hauptsignalfluss zurück routen oder das Signal direkt vom Aux-Channel-Strip an einen Ausgang routen.

Der wesentliche Vorteil dieses Ansatzes gegenüber dem Routing mittels Insert-Effekten ist seine Effizienz: Mit dieser Methode kannst du beliebig viele Channel-Strips mit einem einzigen Insert-Effekt bearbeiten, was die benötigte Rechenleistung (und deinen Zeitaufwand) auf ein Minimum reduziert, verglichen mit dem Einfügen dieses Effekts in jeden einzelnen dieser Channel-Strips. Ein weiterer Vorteil ergibt sich dadurch, dass du schnell zwischen der bearbeiteten und der unbearbeiteten Wiedergabe der Channel-Strips umschaltest, indem du den Effekt im Aux-Channel-Strip, an den die Channel-Strips geleitet werden, auf „Umgehen“ schaltest. Entsprechend kannst du die Effekt-Konfigurationen für viele Channel-Strips komplett verändern, indem du einfach andere Effekte für die Aux-Channel-Strips auswählst.

Die folgende Abbildung zeigt einen Channel-Strip, der über die Sends auf mehrere Aux-Channel-Strips geroutet wird (z. B. auf Reverb-, Chorus- und Delay-Effekte in den Aux-Channel-Strips 1, 2 bzw. 3).

Abbildung. Channel-Strip mit drei parallel über die Sends gerouteten Effekt-Plug-ins

Das Signal des Channel-Strips wird aufgeteilt und zu drei getrennten Effekten geroutet, wovon jeder auf einem eigenen Aux-Channel-Strip eingefügt ist. Diese drei unabhängigen Signale werden dann vom jeweiligen Aux-Channel-Strip zurückgesendet und mit dem Ausgang-Stream des Original-Channel-Strips kombiniert. Du kannst in jedem Audio-, Instrument- oder Aux-Channel-Strip bis zu acht Sends erzeugen.

Über das Einblendmenü „Senden“ kannst du konfigurieren, an welcher Stelle im Signal des Channel-Strips der Send erfolgen soll, und das Ziel für die parallele Weiterleitung des Sends festlegen. Drei Optionen dafür, wo das Send im Signalfluss erfolgen soll, stehen zur Wahl:

  • Post-Pan: Das Signal wird nach dem Fader und dem Drehregler „Pan“ gesendet. Das Sendesignal wird von Änderungen der Channel-Strip-Lautstärke und Pan-Anpassungen beeinflusst.

  • Post-Fader: Das Signal wird nach dem Fader, aber vor dem Drehregler „Pan“ gesendet, wobei sich die Lautstärkeanpassungen auf das Sendesignal auswirken, nicht jedoch die Pan-Anpassungen.

  • Pre-Fader: Das Signal wird vor dem Fader und dem Drehregler „Pan“ gesendet. Das Sendesignal wird weder von Lautstärke- noch von Pan-Anpassungen beeinflusst.

Einblendmenü „Send“ öffnen

Verwende das Einblendmenü „Send“, um zu konfigurieren, wo das Send erfolgen soll, und um das Ziel für den Send festzulegen.

  • Klicke in einem Channel-Strip in Logic Pro auf den Drehregler „Send“, um das Einblendmenü „Send“ zu öffnen.

    Abbildung. Menü „Send“

Ziel für einen Send auswählen

  • Wähle einem Channel-Strip in Logic Pro einen Bus im Untermenü des Einblendmenüs „Send“ aus.

    Abbildung. Zuweisen eines Bus zu einem Send

Wenn du dem Aux-Channel-Strip, an den ein Bus sendet, einen Namen zugeordnet hast, erscheint dieser Name neben der Busnummer.

Hervorheben des Ziels eines Sends

  • Klicke in einem Channel-Strip in Logic Pro bei gedrückter Umschalttaste auf den Send.

    Aux-Channel-Strips, an die der Send übertragen wird, blinken dreimal.

Hinweis: Das Doppelklicken auf einen Send hat keine Auswirkung auf die aktuelle Auswahl.

Modus „Post-Pan“, „Post-Fader“ oder „Pre-Fader“ für Send festlegen

  • Wähle in einem Channel-Strip in Logic Pro eine der drei Signalflussoptionen für den Send im Einblendmenü „Send“ aus.

    Abbildung. Auswahl einer Signalflussoption für den Drehregler „Send“
    • Post-Pan: Das Signal wird nach dem Fader und dem Drehregler „Pan“ gesendet. Das Sendesignal wird von der Channel-Strip-Lautstärke und Pan-Anpassungen beeinflusst. Wurde ein Send auf „Post-Pan“ gesetzt, ist der Ring des Drehreglers „Send“ grün.

    • Post-Fader: Das Signal wird nach dem Fader, aber vor dem Drehregler „Pan“ gesendet, wobei sich die Lautstärkeanpassungen auf das Sendesignal auswirken, nicht jedoch die Pan-Anpassungen. Bei einem Send, der Post-Fader erfolgt, ist der Ring des Drehreglers „Senden“ blau.

    • Pre-Fader: Das Signal wird vor dem Fader und dem Drehregler „Pan“ gesendet. Das Sendesignal wird weder von Lautstärke- noch von Pan-Anpassungen beeinflusst. Wurde ein Send auf Pre-Fader gesetzt, wird der Drehregler „Send“ links neben das Einblendmenü „Send“ bewegt und der Ring des Drehreglers „Send“ ist blau.

      Abbildung. Drehregler „Send“ für Pre-Fader

Logic Pro – Benutzerhandbuch: Apple Books

Logic Pro – Instrumente: Apple Books

Logic Pro – Effekte: Apple Books

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