Ein spektakulärer Coup sorgte Donnerstagnachmittag für einen Großeinsatz in der Wiener Innenstadt. Zwei Unbekannte stahlen ein Ausstellungsstück aus dem Museum für angewandte Kunst (MAK). Nach Informationen der „Krone“ handelt es sich bei der Beute wohl um ein einzigartiges Diamanten-Collier des bekannten Künstlers Van Cleef, das Millionen wert sein dürfte.
Als Besucher getarnt, betraten die zwei unbekannten Männer das MAK-Museum am Ring. Ihr Interesse galt der aktuellen Ausstellung der Pariser Luxusmarke „Van Cleef & Arpels“. Sie beinhaltet sündteuren Schmuck, Meisterwerke aus Diamanten, Rubinen und Smaragden.
Plötzlich entpuppten sich die beiden Besucher als eiskalte Räuber. Sie schlugen eine Glasvitrine ein, griffen gezielt nach einem Collier und ergriffen mit ihrer Beute die Flucht. Das Diebesgut ist wohl millionenschwer. Die Täter sollen bewaffnet gewesen sein.
Verknüpfung zu Balkan-Bande vermutet
„Bei dem Vorfall wurde niemand verletzt. Umfangreiche Sofortfahndungsmaßnahmen verliefen bislang negativ“, erklärt Polizeisprecherin Anna Gutt. Das Landeskriminalamt Wien ermittelt auf Hochtouren. Dem Vernehmen nach dürfte es sich um einen gezielten Auftragscoup einer am Balkan ansässigen Gruppierung handeln.
Sachdienliche Hinweise (auch anonym) werden an das Landeskriminalamt unter der Telefonnummer 01-31310-38200 erbeten.
Die Spurensicherung sowie die Auswertung der Videoaufnahmen lief am Abend noch. Die Täter befinden sich mitsamt der Diamanten auf der Flucht.
Ausstellung zeigt rund 500 wertvolle Schmuckstücke
Die Ausstellung im MUK nennt sich „Glanzstücke“ und vereint „einzigartige, selten gezeigte Objekte aus der MAK Sammlung mit Juwelierskunst aus der 120-jährigen Geschichte des Traditionsunternehmens (Van Cleef & Arpels, Anm.) für Haute Joaillerie, das 1906 auf der Pariser Place Vendôme gegründet wurde“, heißt es auf der Homepage des Museums. Gezeigt werden demnach rund 500 Exponate, mehr als 300 von Van Cleef & Arpels und über 200 aus der Sammlung des MAK.
Erinnerung an Saliera-Diebstahl
Durch den aktuellen Überfall werden jedenfalls Erinnerungen an den Diebstahl der Saliera wach. Er gilt als der spektakulärste Kunstraub in der österreichischen Kriminalgeschichte. Am 11. Mai 2003 war das weltberühmte, goldene Salzfass von Benvenuto Cellini im Wert von schätzungsweise 50 Millionen Euro aus dem Kunsthistorischen Museum gestohlen worden. Der Dieb stieg nachts über ein Baugerüst ein und stellte sich später. Er verbüßte eine Haftstrafe von zwei Jahren und neun Monaten. Die Saliera wurde nach dem Diebstahl speziell gesichert.
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