Anpassen der Bewegung eines Objekts in Motion

Du benötigst in deinem Projekt mindestens zwei Objekte, um das Verhalten „Bewegung anpassen“ verwenden zu können: ein Quellenobjekt und ein Zielobjekt. Die Quelle ist in der Regel ein Videoclip im Hintergrund. Als Quelle kann aber auch ein Objekt verwendet werden, das mittels Keyframes oder Verhalten animiert wurde. Das Quellenobjekt stellt Bewegungsdaten bereit, die auf einer Tracking-Analyse seines Videomaterials oder seiner Animationsattribute basieren. Die Bewegungsdaten werden auf das Zielobjekt angewendet. Das Zielobjekt kann ein Bild, eine Form, ein Text, ein Partikelemitter, eine Kamera usw. sein.

Bewegung eines Vordergrundobjekts mithilfe des Verhaltens „Bewegung anpassen“ an ein Objekt in einem Clip anpassen

Hier analysiert das Verhalten „Bewegung anpassen“ Objekte wie Personen, Gesichter, Tiere und Autos, die im Cliphintergrund ( Quelle) erkennbar sind, und wendet die so ermittelten Tracking-Daten dann auf ein Objekt im Vordergrund (Ziel) an. Das Vordergrundobjekt passt sich also der Bewegung des analysierten Hintergrundelements an.

  1. Importiere einen Clip in dein Motion-Projekt und anschließend ein Vordergrundbild oder einen Vordergrundclip (oder füge ein Objekt wie eine Form, einen Partikelemitter oder Text hinzu).

    Die Vordergrundebene muss sich in der Liste „Ebenen“ über der Videoclipebene befinden.

  2. Wähle in der Liste „Ebenen“ das Zielobjekt oder Motiv aus, klicke in der Symbolleiste auf „Verhalten“ und wähle „Motion Tracking“ > „Bewegung anpassen“ aus.

    Wichtig: Wenn du das Verhalten „Bewegung anpassen“ auf eine Gruppe anwendest, achte darauf, dass sich das zu analysierende Material außerhalb dieser Gruppe befindet.

    Ein Objekttracker, der sich dem Vordergrundobjekt anpasst, wird zum Canvas hinzugefügt.

  3. Ändere die Form oder Größe des Objekttrackers, falls erforderlich.

  4. Klicke im Informationsfenster „Verhalten“ auf das Einblendmenü „Analysemethode“ und wähle eine der folgenden Optionen aus:

    • Automatisch: Diese Option wählt automatisch die Analysemethode aus, die am besten geeignet ist. Welches die beste Methode ist, hängt stark von den Eigenschaften eines Clips und dem jeweiligen Anwendungsfall ab. Möglicherweise musst du ein wenig experimentieren und verschiedene Analysemethoden ausprobieren, um das beste Ergebnis zu erzielen.

    • Kombiniert: Diese Option kombiniert maschinelles Lernen und eine Punktwolkenanalyse (unten beschrieben), um Position, Skalierung und Rotation zu analysieren.

    • Maschinelles Lernen: Diese Option nutzt ein Modell für maschinelles Lernen, das an einem Datensatz geschult wurde, um Personen, Tiere und andere gängige Objekte zu erkennen, damit der Tracker dem Motiv in einer bestimmten Region des Videos folgen kann. Diese Option eignet sich in Fällen, in denen keine absolute Präzision beim Tracking erforderlich ist, beispielsweise wenn du Titel oder Grafiken an Objekte oder Personen anfügen willst. Diese Methode kann moderate Verdeckungen umgehen, zum Beispiel wenn das Motiv, das analysiert werden soll, kurzzeitig von einem anderen Objekt (etwa von einem Baum oder einem Auto) verdeckt wird.

    • Punktwolke: Mit dieser Option wird ein bestimmtes Referenzmuster analysiert und ermittelt, wie sich dieses Muster von einem Bild zum nächsten verändert. Diese Option ist die richtige Wahl, wenn bestimmte Pixel präziser analysiert werden sollen. Mit dieser Methode werden Position, Skalierung und Rotation analysiert. Sie eignet sich besonders für starre und etwas flache Regionen (aus Kamerasicht).

  5. Führe im Informationsfenster „Verhalten“ einen der folgenden Schritte aus:

    • Gesamten Clip analysieren: Klicke auf „Analysieren“. Der Clip wird erst von der Abspielposition bis zum Ende des Clips (oder bis zu dem Bild, in dem das Referenzmuster nicht mehr gefunden wird) analysiert, und dann von der Abspielposition in die umgekehrte Richtung zum Anfang des Clips.

      Informationsfenster „Verhalten“ mit den Tasten „Analysieren“ des Tracking-Verhaltens
    • Teil des Clips vor der Abspielposition analysieren: Klicke auf die Linkspfeile neben der Taste „Analysieren“.

    • Teil des Clips nach der Abspielposition analysieren: Klicke auf die Rechtspfeile neben der Taste „Analysieren“.

    Das Statusfenster für die Analyse zeigt an, welche Analysemethode für das Tracking verwendet wird.

    Tipp: Wenn während der Analyse mit der Methode „Maschinelles Lernen“ ein Flackern auftritt (der Onscreen-Objekttracker hüpft oder springt von einer Seite zur anderen), kannst du stattdessen die Methode „Punktwolke“ verwenden. Der Tracker der Punktwolke ist weniger anfällig für schnelle Änderungen.

  6. Klicke auf die Taste „Stopp“ im Statusfenster oder drücke die Taste „esc“, um die Tracking-Analyse zu stoppen.

    Im Keyframe-Editor werden Tracking-Keyframes und die Keyframes des transformierten Objekts angezeigt. Ist der Keyframe-Editor nicht sichtbar, klicke auf „Keyframe-Editor ein-/ausblenden“ unten links im Motion-Fenster.

    Taste „Keyframe-Editor ein-/ausblenden“ in der Symbolleiste für das Zeitverhalten

    Außerdem wird eine „Zuverlässigkeitskurve“ im Keyframe-Editor angezeigt. Diese Kurve verdeutlicht die Genauigkeit des Trackers bezogen auf seine Parametereinstellungen im Informationsfenster. Die Kurve ist nur als Referenz und nicht für Bearbeitungszwecke gedacht.

    Keyframe-Editor mit Tracking-Keyframes und den Keyframes des analysierten Objekts

Die Bewegung des Vordergrundobjekts wird an die Bewegung des Referenzmusters angepasst, die im Clip analysiert wurde. Obwohl das Objekt analysiert wird, kann es im Canvas an eine andere Position bewegt werden.

Bewegung eines Vordergrundobjekts an Punkte oder Muster in einem Hintergrundclip anpassen

In diesem typischen Arbeitsablauf analysiert das Verhalten „Bewegung anpassen“ Punkte oder Muster eines Hintergrundclips (Quelle) und wendet die so ermittelten Tracking-Daten auf ein Objekt im Vordergrund (Ziel) an. Das Vordergrundobjekt passt sich also der Bewegung des analysierten Hintergrundelements an.

  1. Importiere einen Videoclip in dein Motion-Projekt und anschließend ein Vordergrundbild oder einen Vordergrundclip (oder füge ein Objekt wie eine Form, einen Partikelemitter oder Text hinzu).

    Die Vordergrundebene muss sich in der Liste „Ebenen“ über der Videoclipebene befinden.

  2. Wähle in der Liste „Ebenen“ das Zielobjekt oder Motiv aus, klicke in der Symbolleiste auf „Verhalten“ und wähle „Motion Tracking“ > „Bewegung anpassen“ aus.

    Wichtig: Wenn du das Verhalten „Bewegung anpassen“ auf eine Gruppe anwendest, achte darauf, dass sich das zu analysierende Material außerhalb dieser Gruppe befindet.

    Ein Objekttracker, der sich an das Vordergrundobjekt anpasst, wird standardmäßig in der Mitte des Canvas hinzugefügt.

  3. Klicke im Informationsfenster „Verhalten“ auf das Einblendmenü „Modus“ und wähle dann „Punkt“ aus.

    Der Objekttracker wird im Canvas zu einem Punkttracker. Da der Standard-Tracker des Verhaltens „Bewegung anpassen“ Positionsdaten aufzeichnet, wird er auch als Anker-Tracker bezeichnet.

    Onscreen-Punkttracker
  4. Optional: Wenn du komplexere Bewegungen (z. B. ein rotierendes Element oder ein Element mit vier Ecken) analysieren willst, führe einen der folgenden Schritte aus:

    • Füge einen zweiten Punkt-Tracker hinzu, um zusätzliche Rotations- und Skalierungsdaten per Tracking zu analysieren: Wähle im Informationsfenster „Verhalten“ das Markierungsfeld „Rotationsskalierung“ (unter dem Markierungsfeld „Anker“) aus und bewege den neuen Punkttracker dann an seine Position. Weitere Informationen findest du unter Tracking mit zwei Referenzpunkten in Motion.

    • Füge vier Punkt-Tracker hinzu, um ein Element mit vier Ecken per Tracking zu analysieren: Klicke im Informationsfenster „Verhalten“ auf das Einblendmenü „Typ“, wähle „Vier Ecken“ und fahre mit Schritt 3 unter Vordergrundobjekt mithilfe der Tracker für vier Ecken an einem Hintergrundelement fixieren fort.

      Klicke in der Spurzeile des Informationsfensters „Verhalten“ auf „Entfernen“, um einen Punkttracker zu entfernen.

  5. Bewege die Abspielposition zu dem Bild, bei dem die Tracking-Analyse beginnen soll.

  6. Bewege den oder die Tracker im Canvas zu dem Bereich oder den Bereichen, den/die du analysieren möchtest.

    Wenn du den Tracker im Canvas bewegst, wird der Bereich um den Tracker vergrößert, sodass du leichter ein geeignetes Referenzmuster finden kannst.

    Canvas mit einem vergrößerten Bereich, der angezeigt wird, wenn ein Spurpunkt bewegt wird

    Hinweis: Weitere Informationen zum Anpassen des Punkttrackers findest du unter Anpassen der Onscreen-Tracker in Motion.

  7. Führe im Informationsfenster „Verhalten“ (oder in der Schwebepalette) einen der folgenden Schritte aus:

    • Clip von der Abspielposition in Vorwärtsrichtung analysieren: Klicke auf „Analysieren“.

    • Teil des Clips vor der Abspielposition analysieren: Klicke auf die Linkspfeile neben der Taste „Analysieren“.

    • Teil des Clips nach der Abspielposition analysieren: Klicke auf die Rechtspfeile neben der Taste „Analysieren“.

    Das Verhalten analysiert die Bewegung des Referenzmusters im Videoclip und passt dann die Bewegung des Vordergrundobjekts daran an.

  8. Klicke auf die Taste „Stopp“ im Statusfenster oder drücke die Taste „esc“, um die Tracking-Analyse zu stoppen.

    Die Punkte im Canvas entsprechen den im Keyframe-Editor angezeigten Tracking-Keyframes. Ist der Keyframe-Editor nicht sichtbar, klicke auf „Keyframe-Editor ein-/ausblenden“ unten links im Motion-Fenster.

    Taste „Keyframe-Editor ein-/ausblenden“ in der Symbolleiste für das Zeitverhalten

    Außerdem wird eine „Zuverlässigkeitskurve“ im Keyframe-Editor angezeigt. Diese Kurve verdeutlicht die Genauigkeit des Trackers bezogen auf seine Parametereinstellungen im Informationsfenster. Die Kurve ist nur als Referenz und nicht für Bearbeitungszwecke gedacht.

    Keyframe-Editor mit Tracking-Keyframes und den Keyframes des analysierten Objekts

Bewegung mithilfe von Animationsdaten von Keyframes oder Verhalten anpassen

Da mit Keyframes oder Verhalten animierte Objekte bereits Bewegungsdaten enthalten, kannst du diese Daten mit dem Verhalten „Bewegung anpassen“ auf ein Zielobjekt anwenden (ohne eine Tracking-Analyse ausführen zu müssen).

Im folgenden einfachen Beispiel wird das Bild eines „Zauberstabs“ (eine Rechteckform) mit dem Verhalten „Wirbeln“ und einem Partikelemitter „Magic Dust“ (in der Mediathek verfügbar) animiert. Das Verhalten „Bewegung anpassen“ extrahiert die Animation des Zauberstabs und wendet sie dann auf einen Partikelemitter „Magic Dust“ an, um die Illusion zu erzeugen, dass die Spitze des Stabs Funken aussendet.

  1. Stelle in Motion sicher, dass das Zielobjekt (der Partikelemitter) in der Liste „Ebenen“ über dem Quellenobjekt (der Form des Zauberstabs) liegt.

  2. Wähle in der Liste „Ebenen“ das Zielobjekt aus, klicke in der Symbolleiste auf „Verhalten“ und wähle „Motion Tracking“ > „Bewegung anpassen“ aus.

    In der Liste „Ebenen“ wird das Verhalten „Bewegung anpassen“ direkt unter dem Partikelemitter angezeigt.

    Liste „Ebenen“ mit auf einen Partikelemitter angewendetem Verhalten „Bewegung anpassen“

    Weil sich das animierte Ausgangsobjekt (der sich drehende Zauberstab) in der Liste „Ebenen“ unter dem Verhalten „Bewegung anpassen“ befindet, werden die Ausgangsanimationsdaten automatisch ins Ausgangsfeld im Informationsfenster „Verhalten“ geladen. Wenn du das animierte Objekt nicht im Ausgangsfeld siehst, bewege es aus der Liste „Ebenen“ in dieses Feld.

    Informationsfenster mit den Einstellungen für das Verhalten „Bewegung anpassen“
  3. Bewege das Zielobjekt (den Partikelemitter) im Canvas an die Spitze des Zauberstabs.

    Der vom Quellenobjekt übernommene Bewegungspfad wird im Canvas angezeigt und ist mit dem Zielobjekt verbunden.

    Canvas mit einem Objekt an seinem Anfangspunkt

    Das Ergebnis ist, dass der Partikelemitter und der Zauberstab jetzt den gleichen Animationspfad aufweisen.

  4. Spiele das Projekt ab (drücke die Leertaste).

    Die Bewegung der Partikel und die Bewegung des Zauberstabs stimmen überein.

    Canvas mit zwei Objekten, die zusammen bewegt werden

Nachdem du die Bewegung eines Objekts oder Bilds angepasst hast, kannst du das Objekt noch weiter anpassen (also es zum Beispiel vergrößern oder verkleinern, drehen, skalieren, bewegen, Filter darauf anwenden usw.). Die Tracking-Daten sind unabhängig von den Eigenschaften oder den Transformationsparametern eines Objekts.

Eine ausführliche Beschreibung der Parameter des Verhaltens „Bewegung anpassen“ findest du unter Steuerelemente des Verhaltens „Bewegung anpassen“ in Motion.

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