Tipps für die Farbverwaltung in Motion

Die folgenden Tipps unterstützen dich bei der Optimierung oder Verbesserung deines Arbeitsablaufs für „HDR“:

  • Auf SDR-Monitoren werden HDR-Farben nicht immer in der erwarteten Weise dargestellt. Um die breitere Palette an Farben in einem HDR-Projekt präzise anzuzeigen, verwende ein Display mit Breitem Gamut HDR, beispielsweise ein Apple Pro Display XDR oder ein MacBook Pro mit Liquid Retina XDR Display.

  • Wenn du SDR- und HDR-Elemente mischst, stelle die Farbverarbeitung deines Projekts (im Informationsfenster „Projekteinstellungen“) auf „Automatisch“, um die Tonzuordnung von SDR-Elementen automatisch umzukehren (ihren Helligkeitsbereich zu erweitern). Alternativ kannst du eine Tonzuordnung von HDR-Elementen (Verkleinerung des Helligkeitsbereichs) auf der Grundlage des Farbraums durchführen, den das Projekt rendert. Weitere Informationen findest du unter Verwalten der automatischen Farbverarbeitung in Motion.

  • Wenn die Farbverarbeitung eines Projekts auf „Automatisch“ eingestellt ist, wird im Informationsfenster „Projekteinstellungen“ ein HDR-Weißwert-Regler verfügbar. Mit dem Regler kannst du die Helligkeit von SDR-Elementen (beispielsweise Bilder oder Titel, Formen und andere in Motion erstellte Grafiken) so anpassen, dass sie besser zu den helleren Werten von HDR-Medien passen, wenn der Render-Farbraum auf „HDR Rec. 2020“, „HLG“ oder „HDR Rec. 2020 PQ“ eingestellt ist.

  • Die Anpassung des HDR-Weißwert-Reglers wirkt sich auf alle SDR-Elemente im Projekt aus. Wenn du nicht möchtest, dass der Regler ein bestimmtes SDR-Bild oder einen Clip beeinflusst, kannst du den Konvertierungstyp ändern.

  • Wenn du die Helligkeit von SDR-Elementen mit dem HDR-Weißwert-Regler in Projekten mit automatischer Farbverarbeitung anpasst, solltest du das Erscheinungsbild der Elemente mit den darunter liegenden Clips abgleichen. Unterschiedliche Luminanzpegel in verschiedenen HDR-Clips können die Helligkeit der SDR-Elemente scheinbar verändern.

  • In der Regel hat die Anpassung des HDR-Weißwert-Reglers keinen Einfluss auf die Helligkeit der HDR-Medien im Projekt. In einem Projekt, das Text und Partikel enthält, die ein HDR-Bild als Quelle für die Partikelzellen verwenden, wirkt sich die Einstellung des HDR-Weißwert-Reglers beispielsweise auf die Helligkeit des Textes aus, nicht aber auf die Helligkeit der Partikel.

    Wenn du jedoch einen Filter, der ein Farbfeld enthält, auf HDR-Medien anwendest (oder bestimmte Füllmethoden verwendest), kann das Anpassen des HDR-Weißwert-Reglers die Helligkeit des HDR-Clips beeinflussen. Wenn du im Beispiel mit den Partikeln weiter oben den Filter „Färbung“ auf die Partikel anwendest und das HDR-Bild als Zellenquelle verwendest, beeinflusst der Regler die Helligkeit der Partikel. Weitere Informationen findest du unter Filter und Farbverarbeitung.

  • Obwohl der HDR-Weißwert-Regler in erster Linie dazu dient, die Helligkeit von SDR-Elementen (Clips, Bilder, Formen usw.) zu erhöhen, um sie besser an die Helligkeit von HDR-Clips in einem Projekt mit der Farbverarbeitung „Automatisch“ anzupassen, kannst du den Regler auch verwenden, um die Helligkeit eines HDR-Elements in einem SDR-Projekt zu verringern. Wenn du zum Beispiel in einem SDR-Projekt, das auf Farbverarbeitung „Automatisch“ eingestellt ist, den Konvertierungstyp eines HDR-Clips auf „Weißwert verwenden (75 %)“ setzt, änderst du den Render-Farbraum auf Rec. 709. Ziehe im Informationsfenster „Projekteinstellungen“ den HDR-Weißwert-Regler nach rechts, um die HDR-Helligkeit des Clips zu verringern (bei 100 Prozent entspricht die Helligkeit des HDR-Clips den Spitzenwerten der SDR-Weißwerte und sieht aus wie andere SDR-Clips im Projekt). Ziehe den Regler nach links, um die HDR-Helligkeit des Clips zu erhöhen (bei 50 Prozent entspricht die Helligkeit des HDR-Clips der maximalen HDR-Weißstufe und sieht daher überzeichnet aus).

    Hinweis: In den meisten Fällen wird ein Projekt mit der Einstellung „Automatisch“ alle SDR- oder HDR-Medien im Projekt korrekt in der Tonzuordnung abbilden, sodass eine Änderung der Konvertierung nicht erforderlich ist.

  • Verwende den Filter „HDR-Werkzeuge“, um Bilder, Clips und Motion-Elemente zwischen Farbräumen und HDR-Standards zu konvertieren oder um die Helligkeit eines Clips auf einen bestimmten Pegel zu begrenzen. Weitere Informationen hierzu findest du unter Filter „HDR-Werkzeuge“ von Motion.

    Hinweis: Die Verwendung des Filters „HDR-Werkzeuge“ ist bei Projekten mit der Farbverarbeitung „Automatisch“ in der Regel unnötig, da du die Konvertierungstypen im Informationsfenster „Eigenschaften“ ändern kannst.

  • Fehlende oder falsche Farbraum-Metadaten kannst du mit den Optionen im Einblendmenü „Farbraum überschreiben“ im Informationsfenster „Medien“ hinzufügen bzw. korrigieren. Weitere Informationen findest du unter Anpassen von HDR-Medien in Motion.

  • Im Allgemeinen sollte dein Render-Farbraum dem Ausgabefarbraum entsprechen (also dem Farbraum, der für die Lieferung deines Projekts erforderlich ist). Wenn du mehrere Ausgabefarbräume renderst, sollte dein Render-Farbraum dem Ausgabefarbraum mit dem größten Gamut entsprechen.

  • Wenn du die Füllmethoden von SDR-Medien in automatischen Projekten anpasst und „Farbraum rendern“ auf HDR HLG eingestellt ist, können die Effekte schwächer dargestellt werden als erwartet. Um die Helligkeit des Effekts der Füllmethode zu erhöhen, erhöhe den HDR-Weißwert-Regler im Informationsfenster „Projekteinstellungen“.

  • Wenn du die Einstellung „Farbverarbeitung“ eines Projekts (im Informationsfenster „Projekteinstellungen“) änderst, kann sich die Luminanz oder der Farbraum eines Bildes ändern. Dies kann das Erscheinungsbild von gemischten Bildern oder Gruppen beeinträchtigen. Weitere Informationen findest du unter Über den Farbraum.

  • Wenn du dir nicht sicher bist, welches Format ein importierter Clip hat (HLG, PQ usw.), wähle den Clip in der Liste „Medien“ aus und überprüfe seine Metadaten im Informationsfenster „Medien“.

  • Um den Nits-Wert eines Bildes oder Clips zu bestimmen, kannst du die HDR-Luminanzwerte im Motion-Canvas anzeigen.

  • Wenn du Vorlagen für Final Cut Pro für Mac erstellst, kannst du die Parität zwischen dem Farbraum der Motion-Vorlage und dem Farbraum deines Final Cut Pro-Projekts auf zwei Arten sicherstellen:

  • Um den Verlust von HDR-Daten beim Übertragen von HLG-Videoclips vom iPhone auf den Mac zu vermeiden, verwende Air Drop, Digitale Bilder, oder die App „Fotos“ (um Videos mit iCloud zu importieren oder indem du dein Gerät mit deinem Mac verbindest oder um Videos zu exportieren).

  • Motion ist auf maximale HDR-Luminanz und Farbgenauigkeit bei der Wiedergabe auf einem Apple Pro Display XDR ausgelegt, weshalb sich der Monitor ideal als professioneller Referenzmonitor eignet.

    Wenn du an einem Projekt mit Standard-Gamut SDR oder Breiter Gamut HDR auf einem System mit einem SDR-Display arbeitest, kannst du die Einstellung „HDR per Tonzuordnung anzeigen“ verwenden, um den sichtbaren dynamischen Bereich des Bilds so zu reduzieren, dass er dem Bereich entspricht, der auf dem SDR-Monitor sichtbar ist. Weitere Informationen hierzu findest du unter Anzeigen von HDR-Medien im Motion-Canvas.

    Wenn du in einem Projekt mit der Einstellung „Automatisch“ arbeitest, wird die Tonzuordnung automatisch durchgeführt.

Weitere Informationen zu HDR-Branchenstandards und -praktiken findest du in den folgenden Whitepapers:

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