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Digitales Wörterbuch der deutschen Sprache

Saft, der

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GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Saft(e)s · Nominativ Plural: Säfte
Aussprache 

Bedeutung

eWDG
eWDG
Flüssigkeit
a)
Flüssigkeit, die einen Bestandteil der Pflanzen bildet
Beispiele:
im Frühjahr steigen die Säfte in den Bäumen, tritt der Saft in die Bäume
der Baum hatte noch zu viel Saft, um geschlagen zu werden
den Saft (der Birken) abzapfen
bildlich
Beispiele:
ein Mensch voll gesunder, drängender Säfte
er hat kranke, schlechte Säfte (im Körper)
abwertendseine Rede, das Bühnenstück war ohne Saft und Kraft (= kraftlos, schwächlich) DWDS, 15.02.2021
Allmählich erholten sie sich, ihre abgezehrten Leiber gewannen neuen Saft [ Feuchtw.Jüd. Krieg76]
Blut ist ein ganz besondrer Saft [ GoetheFaustI 1740]
b)
Flüssigkeit, die aus reifen Früchten, Gemüsen oder Kräutern gewonnen wird
Beispiele:
der Saft von Pflaumen, Mohrrüben, Rhabarber, Thymian
einen Saft aus Beeren, Quitten, Tomaten, Löwenzahn bereiten
den Saft einer Zitrone auspressen
Erdbeeren einzuckern und stehen lassen, bis sie Saft gezogen haben
den Saft einkochen, eindicken, mit Wasser verdünnen
Pudding mit Saft
eine Flasche, ein Glas (voll) Saft
c)
Flüssigkeit, die beim Braten aus dem Fleisch austritt und zu Soßen verwendet wird
Beispiele:
Fleisch im eigenen Saft (= ohne Verwendung von Wasser und mit wenig Fett) braten, schmoren
salopp, übertragenjmdn. im eigenen Saft schmoren lassen (= jmdn. in Ungewißheit lassen, jmdm. vorerst nicht in der selbstverschuldeten schlechten Situation beistehen)
salopp, übertragenim eigenen Saft schmoren (= sich selbst überlassen sein, über die eigene Lage nachdenken)
d)
salopp elektrischer Strom
Beispiel:
auf der Leitung ist (kein) Saft

Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat A1.

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)
Saft · saftig · saften · entsaften · Entsafter
Saft m. ‘Flüssigkeit in Pflanzen und Früchten, daraus hergestelltes Getränk’. Das alte Neutrum ahd. saf, Genitiv saffes (9. Jh.), mhd. saf ‘Saft der Pflanzen, des menschlichen Körpers’, mnd. mnl. nl. sap, aengl. sæp, engl. sap (westgerm. *sapi-) ist außergerm. mit illyr. sabaium ‘Bier’, mehreren mit Sab- beginnenden antiken (im wesentlichen illyr.) Flußnamen Italiens und Belgiens und mit aind. sabardhúk (Name der Milchkuh) zu verbinden. Sie lassen den Ansatz einer Wurzel ie. *sab- zu. Sieht man darin eine Variante von ie. *sap- ‘schmecken, wahrnehmen’, so können auch die dieser Wurzelform folgenden Bildungen anord. safi, schwed. sav ‘Baumsaft’, lat. sapa ‘Most, Saft’, sapere ‘schmecken, Geschmack haben, riechen, weise, einsichtig sein’, armen. ham (aus *sā̌pmo-) ‘Saft, Geschmack’ sowie die unter sabbern (s. d.) angeführten Formen verglichen werden. Sekundäres -t (wie in Obst, Werft, s. d.) tritt um 1400 (spätmhd. saft) auf und herrscht seit dem 16. Jh.; maskulines Genus setzt sich im 16. Jh. durch. – saftig Adj. ‘voller Saft’ (15. Jh.), mhd. saffec, saffic, seffic; übertragen ‘derb, zotig’ (18. Jh.). saften Vb. ‘Obst auspressen, Saft gewinnen, saftig sein oder werden’ (16. Jh.), mhd. saffen. entsaften Vb. ‘Obst den Saft entziehen’, mhd. entsaffen; Entsafter m. ‘Saftgewinnungsgerät’ (20. Jh.).

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Bedeutungsverwandte Ausdrücke

Physik
Elektrizität · Strom · elektrischer Strom  ●  Saft ugs.
Unterbegriffe
Assoziationen

Gastronomie/Kulinarik
Saft[Hinweis: weitere Informationen erhalten Sie durch Ausklappen des Eintrages]
Oberbegriffe
Unterbegriffe

Gastronomie/Kulinarik
Fruchtsaft · Saft  ●  Juice österr. · Jus schweiz., franz. · Most ugs., regional
Oberbegriffe
  • Saft
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Saft‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Saft‹.

Legende: Adjektive Substantive Verben

Verwendungsbeispiele für ›Saft‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Vor einigen Jahren konnte man erleben, daß man in der ärztlichen Praxis von den Müttern förmlich bestürmt wurde, diesen begehrten Saft abzugeben. [Schücking, Beate: Wir machen unsere Kinder krank, München: List 1971, S. 46]
Damit lecken die Tiere den aus verletzten Bäumen fließenden Saft. [Wiehle, Hermann u. Harm, Marie: Lebenskunde für Mittelschulen – Klasse 3, Halle u. a.: Schroedel u. a. 1941, S. 7]
Und der jugendliche Liebhaber sagt: Komm, tauschen wir die Säfte! [konkret, 1983]
In dieser Form hat sich der besondere Saft nachgewiesenermaßen schon Tausende von Malen nützlich gemacht. [Die Zeit, 18.02.2013]
Der Saft wird weder ausgeschlürft noch ausgelöffelt, er bleibt auf dem Teller zurück. [Smolka, Karl: Gutes Benehmen von A – Z. In: Zillig, Werner (Hg.) Gutes Benehmen, Berlin: Directmedia 2004 [1957]]
Zitationshilfe
„Saft“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Saft>.

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Worthäufigkeit

selten häufig

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