
"Schreiben ist eine Art Abenteuer, bei dem man nie weiß, wohin
es einen führen wird."
Quick

"Es gibt so etwas wie die erste Liebe. Die ist immer ein besonderes
Erlebnis. Man hat vielleicht später wichtigere oder schicksalhaftere
Lieben, aber die erste Liebe behält irgendwie einen Zauber, der sich
nicht mehr wiederholt. So geht es mir mit dem "Jim Knopf". Es
war mein erstes Buch und auch mein erster Erfolg. Ich habe die Geschichte
damals mit einer großen Unschuld geschrieben. Ich hatte mir überhaupt
nichts davon versprochen, hatte das Buch einfach nur mir selbst erzählt."
Zeitmagazin, November 1994

"Wissen Sie, wie man Kandiszucker herstellt? In eine warme übersättigte
Zuckerlösung hängt man Fäden; beim Abkühlen kristallisiert
der Zucker an diesen Fäden aus. Genauso geht es mir beim Schreiben.
Bei der MOMO war es z.B. so: Ich sollte im Auftrag eines Fernsehsenders
eine Story für einen einstündigen Film entwerfen - aber mir wollte
einfach nichts einfallen. Da schenkte mir eine Bekannte, ich weiß
nicht mehr wieso, eines Tages eine alte Taschenuhr ohne Zeiger, die wirklich
zu nichts mehr zu gebrauchen war. Ich betrachtete sie eine Weile und plötzlich
stellten sich die ersten Ideen ein. Die kaputte Taschenuhr war der Faden
in der Zuckerlösung. Allerdings dauerte es von da an noch sechs Jahre,
bis das Buch wirklich fertig war. Einen solchen Faden brauche ich in jedem
Fall: freilich ist es jedesmal etwas völlig anderes: Ein Satz, den
ich irgendwo lese; eine Schaufensterdekoration; eine merkwürdige Szene,
die ich zufällig beobachtete; ein Bild, ein Schuh - es kann alles sein.
Da ich es nicht vorher weiß, überrascht es mich selbst."
Schriftliches Interview vom 06. Januar 1995

"Es gibt Menschen, die können nie nach Phantásien kommen,
und es gibt Menschen, die können es, aber sie bleiben für immer
dort. Und dann gibt es noch einige, die gehen nach Phantásien und
kehren wieder zurück. Und sie machen beide Welten gesund."
Michael Ende und seine phantastische Welt, S. 36
"Es gibt, übrigens nicht nur bei uns, ein Problem: Man darf von
jeder Tür aus in den literarischen Salon treten, aus der Gefängnistür,
aus der Irrenhaustür oder aus der Bordelltür. Nur aus einer Tür
darf man nicht kommen, aus der Kinderzimmertür. Das vergibt einem die
Kritik nicht. Das bekam schon der große Rudyard Kipling zu spüren.
Ich frage mich immer, womit das eigentlich zu tun hat, woher diese eigentümliche
Verachtung alles dessen herrührt, was mit dem Kind zu tun hat."
Börsenblatt, 29.03.85