Durch das Ändern dieser Steuerung wird die Seite neu geladen

Alchemy-Filtertypen in Logic Pro für den Mac

Alchemy bietet 39 Filtertypen mit mehreren Modi. Diese lassen sich für Source-Pegel oder als Hauptfilter verwenden, die alle gerouteten Signale verarbeiten. Filter, die auf der Stufe der Source- oder Hauptfilter verwendet werden, wirken sich auf jede Stimme gesondert aus. Du kannst auch Filter im Bereich „Effects“ einfügen, diese sind jedoch monophon, wenn sie an dieser Stelle des Signalpfads verwendet werden, und wirken sich auf alle Stimmen (das Gesamtsignal) gleichzeitig aus.

Es gibt Dutzende von Filtertypen, unter denen in den Hauptfiltern und im MMFilter-Effektmodul gewählt werden kann.

Alchemy-Filtertypen: Lowpass, Bandpass, Highpass

Ein Lowpass-Filter (LP) übergibt den Teil eines Signals unter einer angegebenen Cutoff-Frequenz und dämpft den Teil über dieser Frequenz. Ein Bandpass-Filter (BP) übergibt den Teil eines Signals, das ein Band um die Cutoff-Frequenz herum belegt, und dämpft die Teile über und unter diesem Band. Ein Highpass-Filter (HP) übergibt den Teil eines Signals über einer angegebenen Cutoff-Frequenz und dämpft den Teil unter dieser Frequenz.

Es gibt mehrere LP-, BP- und HP-Filterdesigns in Alchemy, von denen jedes spezielle Charakteristiken aufweist, die du vielleicht für einen bestimmten Zweck bevorzugst.

Die Dezibelwerte (6 dB, 12 dB, 24 dB und 60 dB) werden für LP, BP und HP-Filtertypen angezeigt, die die Steilheit des Rolloffs (Signalreduzierung der Frequenz) anzeigen.

Die verfügbaren LP-, BP- und HP-Filterdesigns beinhalten Folgendes:

  • Clean: Bi-Quad-Filter. Diese Filter haben keine Drive-Option.

  • Edgy: Zweipolige (12 dB Flankensteilheit) oder vierpolige (24 dB Flankensteilheit) analog-modellierte Filter. Bei vierpoligen Varianten werden Frequenzen unter dem Cutoff stärker gedämpft.

  • Gritty: Zweipolige Filter, die bei höheren Einstellungen für „Resonance“ und „Drive“ erheblich satter werden.

  • Rich: Zwei- oder vierpolige analog-modellierte Filter. Bei vierpoligen Varianten werden Frequenzen unter dem Cutoff stärker gedämpft.

  • Sharp: Zweipolige analog-modellierte Filter.

  • Smooth: Zwei- oder mehrpolige State-Variable-Filter.

Die drei grundlegenden Filtersteuerungen haben Standardfunktionen für alle traditionellen Filtertypen.

  • Drehregler „Cutoff“: Steuert die Cutoff-Frequenz des Filters.

  • Drehregler „Resonance“: Heben Frequenzen über, unter oder um den mit dem Drehregler „Cutoff“ festgelegten Wert an bzw. senken sie ab. Das Resonanzverhalten ändert sich, wenn unterschiedliche Filtertypen gewählt werden.

  • Drehregler „Drive“: Ermöglicht die Übersteuerung des Filters; die genaue Auswirkung variiert je nach Filterdesign.

Alchemy-Filtertypen: Formant, Notch und Peaking

Ein Formant-Filter arbeitet wie ein Bandpassfilter mit einer potenziell sehr schmalen Bandbreite. Er ist darauf ausgelegt, einen Formanten bzw. eine feste Resonanz nachzuahmen, wie sie etwa vom Hohlkörper einer Gitarre oder der Form der Kehle (die beim Sprechen verändert wird, um unterschiedliche Vokalsounds zu erzeugen) erzeugt werden.

  • Drehregler „Cutoff“: Steuert die Resonanzfrequenz des Formanten.

  • Drehregler „Amount“: Steuert die Breite des Bandes, das die Resonanzfrequenz umgibt. Niedrige Werte erzeugen ein schmales Band, hohe Werte ein breiteres. Niedrige Resonanzwerte können wenig oder keinen Sound durch den Filter lassen.

Ein Notch-Filter beschneidet ein schmales Band um eine Resonanzfrequenz herum. Der Rest des Signals ist nicht betroffen.

  • Drehregler „Center Frequency“: Legt die Mittenfrequenz des abgeschnittenen Bandes fest.

  • Drehregler „Amount“: Steuert den Umfang der Dämpfung.

Ein Peaking-Filter erhöht ein schmales Band um eine Resonanzfrequenz herum. Der Rest des Signals ist nur minimal betroffen.

  • Drehregler „Center Frequency“: Legt die Mittenfrequenz des verstärkten Bandes fest.

  • Drehregler „Gain“: Steuert den Umfang der Verstärkung. Höhere Werte sind im Allgemeinen am wirksamsten.

  • Drehregler „BW“ (Band Width): Legt die Bandbreite um die Cutoff-Frequenz herum fest.

Alchemy-Filtertypen: Kammfilter

Ein Kammfilter mischt das Originalsignal mit einer oder mehreren Kopien des Signals, die um ein sehr kurzes Zeitintervall verzögert werden. Bei manchen Frequenzen verursacht diese Mischung Phasenauslöschungen, während sie bei anderen Frequenzen Verstärkungen bewirkt. Das Ergebnis ist ein spitzes Frequenzspektrum mit mehreren Resonanzspitzen. Grafisch ähneln diese Spitzen den Zähnen eines Kamms, was diesem Filtertyp seinen Namen gibt.

Alchemy bietet drei Kammfilter mit jeweils eigenem Charakter. Die beste Wahl ergibt sich aus deinen persönlichen Vorlieben und aus der Art von Sound, die du erzeugen willst. Trotzdem weisen die drei Filter natürlich Unterscheidungsmerkmale auf, an denen du dich bei der Auswahl orientieren kannst.

„Comb Pos“ verwendet positives Feedback an den Delay-Lines, während „Comb Neg“ negatives Feedback verwendet, um weniger extreme Effekte, häufig hohl wirkend, zu erzeugen. Bei diesen beiden handelt es sich um weniger starke Kammfilter. Sie bieten einen langsameren Anstieg der Resonanz. Sie sind dann nützlich, wenn du entweder einen weniger drastischen Effekt benötigst oder wenn du den Charakter des Exciter-Signals in deinem Sound stärker wahrnehmen willst. Gerade der letzte Punkt ist von Bedeutung, denn diese Eigenschaft kann nützlich sein, wenn du einen natürlicher modellierten Sound erzielen möchtest.

Für das Instrument-Modeling ist es am besten, Kämme als Source-Filter zuzuordnen anstatt im Bereich für Master-Filter oder Effekte. Obwohl Kammfilter im Bereich für Master-Filter verwendet werden können, ist es besser, für die zusätzliche Verarbeitung die Hauptfilter zu verwenden. Kammfilter sind auch im Bereich für Effekte verfügbar, sie sind allerdings nicht polyphon. Daher erzielst du bessere Ergebnisse, wenn du sie früher im Signalpfad platzierst.

  • Drehregler „Note“: Steuert die Delay-Zeit im Kammschaltkreis. Niedrigere Werte ergeben ein längeres Delay.

  • Drehregler „Feedback“: Steuert den Umfang des Feedbacks im Kammschaltkreis.

  • Drehregler „Damp“ (Damping): Glättet die Frequenzspitzen im Kammfilterspektrum.

    Hinweis: Das Senden eines perkussiven Sounds an einen hoch resonierenden Kammfilter bewirkt, dass dieser bei einer durch die Delay-Zeit bestimmten Frequenz klingelt, die du mit dem Drehregler „Cutoff“ festgelegt hast.

Alchemy-Filtertypen: Ringmodulation

Bei der Ringmodulation werden ein Modulator und ein Trägersignal multipliziert. Jede Frequenzkomponente des Modulators interagiert mit jeder Frequenzkomponente des Trägersignals, um zwei Seitenbänder zu erzeugen: eine Summe und eine Differenz (Träger - Modulator). Wenn ein Filter auf den Typ „RingMod“ eingestellt ist, verhält sich das in den Filter gespeiste Signal als Modulator, während der Träger intern durch den Filter bereitgestellt wird.

  • Drehregler „Note“: Steuert die Trägerfrequenz.

  • Drehregler „Mix“: Wendet einen konstanten Versatz auf den Träger an.

    • Bei 0 % variiert die Trägerwelle zwischen -1 und +1, was in einer klassischen Ringmodulation resultiert.

    • Bei 100% variiert die Trägerwelle zwischen 0 und 1, was in einer klassischen Amplitudenmodulation resultiert. In diesem Fall ist das Trägersignal selbst neben den Summen- und Differenzseitenbändern vorhanden.

  • Drehregler „Weird“: Steuert die Trägerwellenform, von pur und glasklar bei niedrigen Werten bis hin zu geräuschvoll bei höheren Werten.

    • 0 % ergibt ein reines Sinuswellen-Trägersignal. Verwende diese Einstellung, um charakteristische glockenartige Klangfarben zu erzeugen.

    • Bei über 0 % wird die Trägerwellenform progressiv abgeschnitten. Höhere Einstellungen erzeugen zusätzliche Seitenbänder, was üblicherweise zu geräuschhaften Klangfarben führt.

Alchemy-Filtertypen: Distortion

Alchemy-Filter bieten mehrere Verzerrungseffekte.

  • Bitcrusher ist ein rau klingender digitaler Effekt.

  • Downsample ist ein digitaler Lo-Fi-Effekt (ähnlich wie Bitcrusher, aber frequenzabhängig).

  • „Mech“ ist eine stärker metallisch klingende Verzerrung.

  • „Tube“ ist ein klassischer Tube-Verzerrungseffekt.

Hinweis: In den Source- und Hauptfilterbereichen erstellte Verzerrungseffekte sind polyphon, wobei jede Stimme getrennt verzerrt wird. Dies vermeidet unangenehme Intermodulationseffekte, wenn du Akkorde spielst. Im Gegensatz dazu verarbeitet das Modul „Distortion“ im Bereich „Effects“ am Ende des Signalpfads eine Mischung aller Stimmen.

Die Filter-Steuerungen arbeiten wie folgt, wenn der Filtertyp auf einen Verzerrungseffekt eingestellt ist:

  • Drehregler „Amount“: Steuert die Intensität des Verzerrungseffekts.

  • Drehregler „Mix“: Steuert die Balance zwischen unverändertem und verzerrtem Signal. Ein Wert von 0 % ergibt ein völlig unverändertes Signal. Ein Wert von 50 % ergibt eine Mischung von unverändertem und verzerrtem Signal zu gleichen Teilen. Ein Wert von 100 % ergibt ein völlig verzerrtes Signal.

  • Drehregler „PreGain“: Erhöht die Vorverstärkung.

  • Drehregler „Frequency“: Legt die Frequenz für die Art der Downsample-Verzerrung fest.

Alchemy-Filtertypen: Compressor und FM

Diese Werkzeuge stellen kreative Optionen in der Filterphase des Signalpfads bereit. Im Gegensatz zu dedizierten FM-Synthesizern gibt es bei Alchemy keine vorkonfigurierten Algorithmen oder eine Mod-Matrix-Konfiguration speziell für FM. Es ist aber optional möglich, eine große Anzahl von FM-Filtern in verschiedenen Reihen- und Parallelkonfigurationen zu verwenden. Darüber hinaus ist FM in Alchemy anders als klassische FM-Synthesizer. FM in Alchemy erinnert eher an die Verwendung von FM auf analogen Synthesizern, bei denen Oszillatorfrequenzen statt Phasen moduliert werden. Deshalb eignet sich FM in Alchemy hervorragend, um verschiedene Effekte sowie „natürliche“ verzerrte Strukturen zu deinen Sounds hinzuzufügen.

Die Filter-Steuerungen arbeiten wie folgt, wenn der Filtertyp auf „Compressor“ eingestellt ist:

  • Drehregler „Threshold“: Lege den Schwellenwertpegel fest. Der Pegel von Signalen über diesem Schwellwert wird verringert.

  • Drehregler „Ratio“: Lege das Komprimierungsverhältnis fest. Dies ist das Verhältnis der Signalverringerung, wenn der Schwellenwert überschritten wird.

  • Drehregler „Gain“: Legt den Umfang der auf das komprimierte Signal angewendeten Verstärkung fest.

Die Filter-Steuerungen arbeiten wie folgt, wenn der Filtertyp auf „FM“ eingestellt ist:

  • Drehregler „Note“: Legt die Trägeroszillatorfrequenz fest.

    Tipp: Doppelklicke für klassische FM-Sounds auf den Drehregler „Note“, um ihn auf die Mittenposition einzustellen. Klicke dann bei gedrückter Control-Taste auf den Drehregler und wähle „Add Modulation“ > „Note Property“ > „Key Follow“ aus dem Kontextmenü aus.

  • Drehregler „Mod“ (Modulation): Stelle den Wert ein, bis zu dem der Modulator (Source-Audio) die Carrier-Frequenz modulieren kann.

  • Drehregler „Feedback“: Stelle den Wert ein, bei dem der Output des Carriers zurückgekoppelt wird.

Morty Proxy This is a proxified and sanitized view of the page, visit original site.
Hilfreich?
Zeichenbeschränkung: 250
Die maximal zulässige Anzahl von Zeichen beträgt 250.
Vielen Dank für Ihr Feedback.
Morty Proxy This is a proxified and sanitized view of the page, visit original site.