Granulaeffekt-Steuerungen von Sample Alchemy in MainStage

Die Granularsynthese ist eine Technik, mit der sich einzigartige und unkonventionelle Sounds erzeugen lassen, die mit anderen Synthesemethoden nur schwer zu erzielen sind – von subtilen Änderungen an einem Sound bis hin zu radikalen Transformationen.

Beim Abspielen des in „Sample Alchemy“ geladenen Samples erzeugt die Granularsynthese-Engine den Sound, indem sie kontinuierlich sogenannte Grains aus dem geladenen Sample extrahiert. Diese „Grains“ sind kurze Audio-Snippets, die nur wenige Millisekunden lang sind und das Audio an der aktuell abgespielten Position des Samples darstellen. Die Engine erzeugt mehrere sich überlagernde Grains, die in Echtzeit geformt und kombiniert werden, um einen kontinuierlichen Audio-Stream zu bilden. Dieser kann geordnet, moduliert oder randomisiert werden, um einzigartige Strukturen zu erzeugen.

Du kannst eine große Bandbreite an Sounds und Klangfarben erzeugen, indem du verschiedene Parameter bearbeitest, die die Grains beeinflussen, beispielsweise Tonhöhe, Dauer und Position in der ursprünglichen Sound-Wellenform. Du kannst diese Parameter für jede Quelle einzeln festlegen.

Abbildung. Granulareffekt von Sample Alchemy.

Synthesemodul „Granular“

Wenn du die Taste „Granular“ unterhalb der Wellenformanzeige auswählst, werden die Parameter dieses Synthese-Moduls angezeigt.

Klicke auf einen der Aktivpunkte in der Wellenformanzeige, der mit A/B/C/D beschriftet ist, um die zu bearbeitende Quelle auszuwählen. Alternativ kannst du links auf das Einblendmenü „Quelle“ im Quellmodul klicken und dann eine oder alle Quellen auswählen.

  • Einblendmenü „Effect“: Wähle den Synthese-Effekttyp für den Granularmodus aus. Dadurch wird die Zuweisung der vier in diesem Abschnitt verfügbaren Drehregler geändert.

Klassische Parameter

  • Drehregler „Size“: Passt die Dauer jedes Grains von 2 ms bis 230 ms an.

  • Drehregler „Density“: Bestimmt die Anzahl potenziell überlappender Grains von 1 (keine Überschneidung) bis 10.

    Die Parameter „Size“ und „Density“ interagieren miteinander. Wenn der Wert von „Density“ 1 ist, wird ein einzelnes Grain an den Output-Stream gesendet. Sobald ein Grain beendet ist, wird das nächste gesendet. Bei einem Wert von 100 ms für „Size“ wird alle 100 ms ein neues Grain gesendet.

    Beim Erhöhen des Werts von „Density“ auf 2 wird ein zweites Grain hinzugefügt, das zwischen denen des ersten gesendet wird. Das Ergebnis ist alle 50 ms ein neues Grain (beim Wert 100 ms für „Size“). Das erste und zweite Grain überlappen sich. Höhere Werte für „Density“ bewirken, dass zusätzliche neue Grains in den Output-Stream eingefügt werden. Diese neuen Grains erfolgen öfter und überlappen sich stärker.

    „Size“ bei ungefähr 100 ms und „Density“ bei ungefähr 5 Grains eignet sich oft für weiche Pad-Sounds ohne harte Transienten. „Size“ zwischen 40 und 80 ms und „Density“ bei ungefähr 2 Grains ist nützlich für Drums und andere Sounds mit harten Transienten. Kleine Werte für „Size“ erzeugen tendenziell ein Schnarren, das die ursprüngliche Tonhöhe des Samples maskiert. Größere Werte für „Size“ brechen den Sound tendenziell auf. Du kannst beiden Tendenzen entgegenwirken, indem du den Wert für „Density“ vergrößerst.

  • Drehregler „Random Pan“: Fügt einen zufälligen Versatz zur Stereoposition jedes Grains hinzu.

  • Drehregler „Random Time“: Fügt den Grain-Extraktionspositionen im Sample einen kleinen zufälligen Versatz hinzu. Der Standardwert ist 3 %, weil eine geringe Randomisierung dazu beiträgt, den Output des Granularelements zu glätten.

Synchronisationsparameter

  • Drehregler „Formant Shift“: Passe die Formanten des Sounds an, indem du ihn um bis zu 36 Halbtöne nach oben oder unten verschiebst.

    Tipp: Der Effekt erwacht zum Leben, wenn beispielsweise mit einem LFO (Low Frequency Oscillator) die Modulation von „Formant Shift“ vorgenommen wird. Setze „Random Time“ auf 0 %, um einen klaren Effekt zu erzielen.

  • Drehregler „Num Taps“: Lege die Anzahl der parallelen Grain-Ströme (Ebenen) fest, die von der granularen Synthese-Engine erzeugt werden. Jedes Tippen erzeugt seine eigenen Grains mit denselben Einstellungen, jedoch mit Positionsverschiebungen, wodurch die Dichte erhöht und ein dickerer, diffuserer Sound erzeugt wird.

  • Drehregler „Tap Spacing“: Lege die Positionsverschiebung zwischen den Ebenen der parallelen Grain-Ströme (Taps) fest. Bei jedem Tippen wird von einem anderen Punkt im Sample gelesen, der entsprechend diesem Wert verteilt wird, der als Prozentsatz der gesamten Sample-Dauer angegeben wird. Höhere Werte verteilen die Taps weiter über das Sample, niedrigere Werte platzieren sie näher beieinander.

  • Drehregler „Random Time“: Fügt den Grain-Extraktionspositionen im Sample einen kleinen zufälligen Versatz hinzu. Der Standardwert ist 3 %, weil eine geringe Randomisierung dazu beiträgt, den Output des Granularelements zu glätten.

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