Programmieren eines grundlegenden Bass-Sounds mit Logic Pro-Sculpture

Der folgende Abschnitt umfasst das Programmieren eines Bass-Sounds, der als Grundlage für eine Reihe von verschiedenen Bass-Sounds dient, die du erzeugen wirst. Siehe Programmieren eines mit Plektrum gespielten Bass-Sounds in Sculpture, Programmieren eines Slap-Bass-Sounds in Sculpture und Programmieren eines Fretless-Bass-Sounds in Sculpture.

Folge danach den Schritten in diesem Abschnitt sowie in Grundlegenden Bass-Sound von Sculpture neu definieren, um zu lernen, wie verschiedene Komponenten modelliert werden können und um ein besseres Verständnis für das Zusammenspiel der Parameter von Sculpture zu bekommen.

Passende Arbeitsumgebung für das Gestalten eigener Bass-Sounds in Sculpture schaffen

  1. Stelle in Logic Pro Xdurch Transposition deines Masterkeyboards oder mit der Transpose-Funktion der Region-Parameter deines Host-Programms sicher, dass der Tonbereich von C0 bis C3 auf der Keyboardklaviatur liegt.

    Hinweis: Natürlich kannst du Klänge innerhalb von Sculpture transponieren. Dies ist in diesem Fall allerdings nicht ideal:  Die so erstellten Klänge wären dann nicht mehr mit MIDI-Sequenzen kompatibel, bei denen die Notennummer 60 als mittleres „C“ das „Maß aller Dinge“ ist.

  2. Wähle die Standardeinstellung aus dem Einblendmenü „Settings“ in Sculpture.

Klangeigenschaften eines typischen Bassinstruments in Sculpture nachbilden

  1. Stelle in Logic Pro Xden Attack-Regler der Lautstärke-Hüllkurve auf den kleinsten Wert (0,00 ms). Der Attack-Schieberegler befindet sich rechts neben dem Material Pad.

  2. Verkürze die Release-Zeit der Lautstärke-Hüllkurve auf einen Wert von 4 bis 5 ms.

    Schlage nun eine Taste deines Keyboards an. Der Ton sollte beim Loslassen der Taste sofort abstoppen, ohne dabei zu knacken. Wenn Nebengeräusche auftreten, verlängere die Release-Zeit wieder vorsichtig.

  3. Spiele jetzt in dem Bereich oberhalb von E0 und lass einige Noten liegen. Diese klingen zu schnell aus. Korrigiere dies mit „Media Loss“, indem du den entsprechenden Schieberegler links im Material Pad fast ganz nach unten schiebst. Zur Orientierung: Die tiefe E-Saite kann bei Qualitätsbässen länger als eine Minute ausklingen!

    Dein Basis-Bass soll die Fingered-Spielweise simulieren, der Klang wird also durch ein Anschlagen mit den Fingern ausgelöst.

  4. Wähle „Pick“ im Type-Einblendmenü von „Object 1“.

    Lass dich vom Namen des Objekts nicht irritieren: Obwohl Pick übersetzt auch Plektrum bedeutet, eignet sich dieses Modell durchaus dazu, ein Anschlagen mit den Fingern zu simulieren.

    Spiele im unteren Bereich. Der Sound klingt jetzt sehr dumpf, hohl und verzerrt in den tiefen Lagen. Bevor du weitere Parameter von „Object 1“ abstimmst, musst du deshalb die Position der Tonabnehmer definieren.

    Erledige dies in der Pickup-Anzeige von Sculpture links neben dem Material Pad. Dort befinden sich drei pfeilförmige Schieberegler, die „Object 1“ bis „Object 3“ darstellen. Die beiden transparenten Glockenkurven visualisieren Position und Breite der Tonabnehmer-Modelle „Pickup A“ und „Pickup B“.

    Beim E-Bass befinden sich die Tonabnehmer relativ weit außen am Steg. Der vorliegende Bass verfügt nur über einen einzigen Tonabnehmer.

    Es wird das Verhalten eines einzelnen Tonabnehmers simuliert, indem beide Pickups auf exakt die gleiche Position gesetzt werden.

  5. Bewege „Pickup B“ an die genaue Position von „Pickup A“, während du den Hilfe-Tipp ansiehst. Die beiden orangefarbenen Linien sollten sich exakt überlagern. Als geeignete Einstellung für vorliegendes Beispiel setze bitte beide Pickups auf 0,10.

    Abbildung. Pickup-Parameter

    Hinweis: Vergewissere dich, dass die Invert-Taste links unter der Pickup-Anzeige nicht eingeschaltet ist, da sich die Pickups gegenseitig vollständig auslöschen würden.

    Als nächstes wird die Anschlagsposition bestimmt.

  6. Bewege in der Pickup-Anzeige den Schieberegler von „Object 1“ in horizontaler Richtung. Spiele dabei etwas auf dem Keyboard, um die Veränderung zu hören.

  7. Du wirst schnell feststellen, dass ein präziser, knackiger Sound erst relativ weit außerhalb der Saitenmitte erzielt wird. Bewege „Object 1“ auf Position 0,15, ganz in die Nähe der Pickups (siehe Abbildung unten).

    Abbildung. Pickup-Parameter
  8. Bei tiefen Noten treten noch Verzerrungen auf. Schaffe Abhilfe, indem du den Level-Drehregler rechts neben der Lautstärke-Hüllkurve korrigierst. Setze den Wert auf –10 dB.

Materialbeschaffenheit eines Satzes Roundwound-Saiten in Sculpture nachbilden

Obwohl sich ein E-Bassklang nun durchaus erahnen lässt, klingt das Ganze noch nicht drahtig genug. Als Nächstes wenden wir uns den Basssaiten zu.

  1. Bewege in Logic Pro Xden Ball im Material Pad an der linken Ecke auf und ab. Beachte das Verhalten der Obertöne.

    Positioniere den Ball schließlich in der linken unteren Ecke. Der Klang erinnert entfernt an eine tiefe Klaviersaite. Da die Obertöne jedoch zu lange ausklingen, wirkt der Klang unnatürlich.

  2. Bewege den Ball so lange aufwärts, bis du einen plausiblen Klang vernimmst. Wir empfehlen hier die Position in der folgenden Abbildung:

    Abbildung. Material Pad

Hinweis: Allgemein ist bei tiefen umwickelten Saiten eine Spreizung der Obertöne typisch. Zu erkennen ist dies an einem leicht unreinen, metallischen Klang. Die Obertöne sind keine exakten, ganzzahligen Vielfachen der Grundfrequenz, sondern liegen etwas höher. Ein Beispiel für diesen Effekt in der „elektroakustischen Realität“ sind die tiefen Saiten eines Yamaha CP70. Dies ist ein extremes Beispiel, eine gewisse Portion von diesem Effekt benötigt dein Bass aber dennoch.

Spreizung der Obertöne mit Sculpture erzielen

  1. Bewege in Logic Pro Xden Ball im Material Pad schrittweise nach rechts.

    Der Klang nimmt dabei einen reineren und glockenähnlichen Charakter an.

  2. Für eine realistische Simulation der Obertonspreizung empfiehlt sich z. B. die folgende Einstellung:

    Abbildung. Material Pad

Saiten- und Bundstäbchen-Vibrationen am Objekt 2 in Sculpture nachbilden

Die Vibration einer Basssaite verläuft keineswegs ungestört. Der Schwingungsbauch der Saiten stößt häufig an die natürlichen Grenzen des Instruments. Dies äußert sich in dem typischen Sirren und Schnarren, das auftritt, wenn die Saiten die Bünde berühren.

  1. Aktiviere in Logic Pro X„Object 2“ und wähle im Type-Einblendmenü die Option „Bouncing“.

    Der Klang erinnert jetzt entfernt an eine Tremolo-Mandoline. Der Effekt ist für diese Art von Klang viel zu stark.

  2. Bewege „Object 2“ ganz nach rechts, also auf den Wert 1,00.

  3. Experimentiere nun mit den Parametern von „Object 2“. Ein dezentes und realistisches Ergebnis erzielst du mit den folgenden Parameterwerten:  Strength 0.33, Timbre −1.00 und Variation −0.69.

    Spiele einige tiefe Töne und du wirst feststellen, dass die Obertöne etwas zu lang nachklingen und nach wie vor an tiefe Pianosaiten erinnern. Dies kann durch Dämpfung der Saite verhindert werden.

Objekt 3 zum Dämpfen von Obertönen in Sculpture verwenden

  1. Aktiviere in Logic Pro X„Object 3“ und wähle im Type-Einblendmenü die Option „Damp“.

  2. Bewege „Object 3“ ganz nach rechts (Wert 1,00).

  3. Setze den Parameter „Strength“ auf 0,18.

    Hinweis: Experimentiere mit der Wechselwirkung zwischen „Strength“ von „Object 3“ und dem Material-Pad-Parameter „Inner Loss“. Je größer der Wert für „Inner Loss“, desto kleiner kann „Strength“ ausfallen und umgekehrt.

Tonumfang für Basis-Bass-Sound in Sculpture einstellen

Mithilfe der Skalierungs-Funktionen von Sculpture kannst du die einzelnen Tonhöhenbereiche das Basses noch realistischer gestalten.

Dank der aktivierten Keyscaling-Funktion kann die Klangfarbe nun unabhängig von der Tonhöhe geregelt werden. Bevor du die blauen Schieberegler dazu verwendest, versuche es zunächst mit dem Resolution-Parameter.

  • Klicke in Logic Pro Xauf die Keyscale-Taste unten im Material Pad. Das Keyscaling unterhalb von C3 wird grün dargestellt, der Bereich über C3 hellblau. In der folgenden Abbildung ist das Material Pad mit den aktivierten Keyscale-Parametern dargestellt:

    Abbildung. Keyscale- und Release-Parameter im Material Pad

    Hinweis: Der spieltechnisch relevante Tonbereich von Bässen befindet sich ausschließlich unterhalb von C3. Verwende deshalb in den folgenden Beispielen die grünen Schieberegler, um das eigentliche Timbre einzustellen. Die eigentlichen Hauptschieberegler bestimmen nun die Klangveränderungen nach oben hin. Lass die blauen Schieberegler für das High-Keyscaling einfach außer Acht bzw. setze diese auf die gleiche Position wie die Hauptschieberegler.

Morty Proxy This is a proxified and sanitized view of the page, visit original site.
Hilfreich?
Zeichenbeschränkung: 250
Die maximal zulässige Anzahl von Zeichen beträgt 250.
Vielen Dank für Ihre Rückmeldung.
Morty Proxy This is a proxified and sanitized view of the page, visit original site.