ES2 Slapped StratENV-Setting des ES2 in Logic Pro

Ziel dieses Settings war es, den Sound einer Stratocaster nachzubilden, bei dem sich der Pickup-Schalter in der Mittelposition für den mittleren und den Stegpickup (in Phase) befindet. Besonderes Augenmerk wurde dabei auf das nasale, für diesen Sound typische „Twäng“ gelegt. Das Ergebnis ist ein recht brauchbares Template für Saiteninstrumente, Cembalos, Clavinets oder Ähnliches.

Der Aufbau:

Die Oszillatoren 1 und 3 bestimmen die grundlegende Wellenform im Bereich der Digiwaves. Die Veränderung beider Digiwaves in Abstimmung miteinander liefert bereits eine umfangreiche Anzahl an Grundvariationen. Manche erfüllen ihren Zweck auch recht gut für E-Piano-ähnliche Keyboardsounds.

Oszillator 2 fügt in seiner synchronisierten Einstellung Obertöne hinzu, daher solltest du hier lediglich seine Frequenz oder die Sync-Wellenform verändern. Daher gibt es einige Werte, die ein wesentlich stärkeres, ausgewogeneres Signal erzielen.

Es wurde ein alter Trick verwendet, der eine kraftvolle Attack gewährleistet. Dadurch wurde ein Effekt erzeugt, den die Verwendung einer bloßen Welle selbst mit den besten und schnellsten Filtern nicht ermöglichen würde:  Du verwendest eine Hüllkurve (in diesem Fall Env 1) für einen kurzen „Ruck“ des Fensters einer Wavetable (oder aller Wavetables gemeinsam, falls dies sinnvoll ist).

Die Decay-Zeit von Envelope 1 erzeugt diesen kurzen Ruck, indem die Wave-Drehregler sämtlicher Oszillatoren bewegt werden. (Obwohl es nicht wirklich sinnvoll ist, diesen Hüllkurventrick auch auf den gesyncten Sägezahn-Oszillator Osc2 anzuwenden, solltest du es trotzdem einmal versuchen.) Du kannst daher die Qualität des „Knacks“ variieren zwischen:

  • Hüllkurve 1 nimmt Einfluss auf den Attack-Noise und ändert die Decay-Länge – ein kurzes Decay sorgt für eine Pegelspitze, ein langes Decay führt dagegen zu einem Grollen (Growl), da Hüllkurve 1 mehrere Wellen aus der Wavetable ausliest.

  • Modulationsziel – du kannst es jedem Oszillator separat zuweisen.

  • Startpunkt – du variierst den Start des Wellenfensters mit der minimalen und maximalen Regelung der Modulation von EG1/Osc.waves:  Negative Werte für eine Startwelle vor der ausgewählten Welle, positive Werte für eine Startwelle von einer Position hinter der ausgewählten Welle, die die Tabelle zurückrollt.

Experimentiere mit der Wellenmodulation. Der „Growl“-Effekt eignet sich für Brass-Sounds und so manche Orgel profitiert vom Klick des kurzen Wavetable-Schubs.

Envelope 2, die für die Filterangelegenheiten verantwortlich ist, kommt mit einem leichten Attack für den Slap-Charakter hinzu. Allerdings kannst du Attack genauso gut auf den schnellsten Wert setzen, um das Wah-Wah-Attack herauszunehmen. Dabei bleibt genug Knack erhalten.

LFO 2 wird zu Spielzwecken als Echtzeitquelle für ein Vibrato verwendet. Im vorliegenden Beispiel ist der Filter „Modwheel“ und „Aftertouch“ zugewiesen. Du kannst jederzeit die Einstellungen für Rad und Aftertouch ändern.

Die Anschlagsdynamik ist sehr sensibel gewählt, da viele Synthesizer-Spieler die Tasten nicht so stark anschlagen wie Klavierspieler. Spiele die Strat also sanft, da sich sonst der Slap ein wenig zirpig verhalten könnte. Oder aber passe einfach den Velocity-Wert der Filtermodulation deiner eigenen Spielweise an.

Du kannst bei Bedarf auch den Wert für die Stimmenanzahl (Voices) auf den Maximalwert erhöhen. Sechs Saiten sollten für eine Gitarre genügen, jedoch können sich ein paar zusätzliche Stimmen bei gehaltenen Noten als nützlich erweisen.

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Logic Pro – Instrumente: Apple Books

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