Tipps zur Verwendung von Alchemy-Source-Filtern in Logic Pro for Mac

Alchemy stellt zahlreiche Filtertypen an unterschiedlichen Positionen im Signalpfad bereit. Du kannst Filter auf Source-Pegel und die Hauptfilter anwenden und auch Filter in den Bereich „Effects“ einfügen. Die Positionierung kann sich wesentlich auf den erzeugten Ton auswirken und auch die erforderlichen Verarbeitungsressourcen beeinflussen. Abhängig von den aktuell verfügbaren Ressourcen musst du möglicherweise besonders auf die Hüllkurveneinstellungen, die Anzahl der Stimmen und andere Parameter achten, um das gewünschte Klangergebnis zu erhalten.

  • Durch Filtern des Source-Pegels erzielst du höchste Präzision und möglicherweise auch die stärksten klanglichen Auswirkungen auf deinen Sound. Der Nachteil besteht darin, dass beim Filtern des Source-Pegels mehr Verarbeitungsressourcen benötigt werden. Die Verarbeitung erfolgt pro Stimme.

  • Die Nutzung der Hauptfilter ist CPU-effizienter und kann entscheidende klangliche Auswirkungen haben. Die Verarbeitung erfolgt pro Stimme.

  • Die Filter im Bereich „Effects“ verarbeiten das gesamte Signal und nicht jede Stimme einzeln. Das Filtern in dieser Phase des Signalpfads wird oftmals verwendet, um den Klang insgesamt neu zu definieren oder um eine Variante der Performance-Steuerung bereitzustellen.

Filter „FM“ als Klangquelle verwenden

Der Filter „FM“ erzeugt eine Sinuskurve, die durch dein Source-Signal moduliert wird. Da der FM-Prozess dem Klang Obertöne hinzufügt, verzerrt sich der Klang umso schneller, je komplexer der Klang ist, den du in den Filter speist (und je lauter er ist). FM in Alchemy eignet sich besonders für aggressive Sounds, ist aber auch für Bässe und andere Klänge nützlich.

Im Gegensatz zu dedizierten FM-Synthesizern gibt es bei Alchemy keine vorkonfigurierten Algorithmen oder eine für die FM-Synthese eingerichtete Modulationsmatrix. Es ist aber optional möglich, eine große Anzahl von „Operatoren“ (FM-Filtern) in verschiedenen Reihen- und Parallelkonfigurationen zu verwenden. Darüber hinaus weist FM in Alchemy einen Klangcharakter auf, der sich von dem klassischer FM-Synthesizer unterscheidet. Daher ist der unten beschriebene Ansatz nicht immer die beste Option in Alchemy, wenn klassische digitale FM-Sounds reproduziert werden sollen. Solche Klänge lassen sich oftmals auf andere Weise einfacher erzeugen, etwa mit Additivsynthese oder Resynthese. FM in Alchemy erinnert eher an die Verwendung von FM auf analogen Synthesizern, bei denen Oszillatorfrequenzen statt Phasen moduliert werden.

  1. In Alchemy in Logic Proklicke in der Leiste „Name“ auf die Taste „File“ und wähle „Initialize Preset“ aus dem Einblendmenü aus, um alle Alchemy-Parameter auf die Standardeinstellungen zurückzusetzen.

  2. Schalte zur Ansicht „Advanced“ um und klicke dann auf die Taste „A“, um die Parameter für Source „A“ anzuzeigen.

  3. Verwende eine Sinus- oder Dreieckwelle als Quelle für deinen Klang.

  4. Klicke auf die Taste „On“ für den Source-A-Filter, um den Filter zu aktivieren, und wähle dann „FM“ aus dem Einblendmenü „Filter Type“.

  5. Klicke mit der rechten Maustaste auf den Drehregler „Frequency“ und wähle „Envelope Follower“ > „Source A“.

    Dieser Filter wird zugeordnet, um die gespielte Notennummer zu verfolgen. Standardmäßig bietet der Drehregler „Center“ bei 523 Hz einen mittelhohen Klang, der gut geeignet ist. Wenn du die Oktave ändern willst, multipliziere bzw. dividiere mit zwei und runde den Wert auf die nächsthöhere Ganzzahl, die am besten klingt. Stelle z. B. den Drehregler „Frequency“ auf 262 Hz, um eine Oktave höher zu verwenden.

  6. Passe die Modulationstiefe auf dem Filter an, um die Wirkung zu verstärken, die das Quellensignal auf die vom FM-Filter generierte Sinuswelle hat, und höre dir die Ergebnisse an. Versuche, die Feedback-Steuerung anzupassen, wenn der Sound härter klingen soll. Die Filterausgabe kann so Modulation auf sich selbst anwenden.

  7. Experimentiere mit FM in Alchemy, wenn du komplexere Klänge erzeugen willst. Folgendes kannst du ausprobieren:

    • Verwende andere Typen von VA-Oszillatoren oder Samples als Modulationsquelle.

    • Führe mehrere FM-Filter in Reihe oder parallel aus, um herauszufinden, was deine Anforderungen am besten erfüllt. Wenn du dies tust, verzichtest du auf eine hohe Anfangsmodulation sowie auf Feedback-Tiefen, damit du ein Gefühl für das Maß an Kontrolle bekommst, das du beim Generieren des gesamten Klangs hast.

    • Verwende unabhängige Hüllkurven für die Frequenz und Lautstärke deiner Quelle (oder auf FM-Filtern früher im Signalpfad), um die erzielten Ergebnisse zu hören.

    Wichtig: Aufgrund technischer Anforderungen liefert FM im Source-Filter-Pegel oftmals die besten Resultate. Während du den Signalpfad durchläufst, werden die Pegelsteigerungen (und daher FM) in zunehmendem Maße stark moduliert und verzerrt. Du wirst feststellen, dass sich mit FM im Source-Pegel einfacher arbeiten lässt anstatt als Master-Filter oder Effekt.

Kammfilter als Klangquelle verwenden

Wenn du Kammfilter als primäre Klangquelle nutzt, wirst du möglicherweise feststellen, dass für ein natürliches Gefühl beim Spielen längere Release-Phasen für Master-Hüllkurven erforderlich sind. Dies führt zu mehr überlappenden Noten und höherer Polyphonie und erfordert daher mehr Rechenleistung. Daher ist es eventuell erforderlich, die Hüllkurven-Release-Zeiten sorgfältig anzupassen und die maximale Anzahl der Stimmen im Bereich „Master“ zu reduzieren.

  1. In Alchemy in Logic Proklicke in der Leiste „Name“ auf die Taste „File“ und wähle „Initialize Preset“ aus dem Einblendmenü aus, um alle Alchemy-Parameter auf die Standardeinstellungen zurückzusetzen.

  2. Schalte zur Ansicht „Advanced“ um und klicke dann auf die Taste „A“, um die Parameter für Source „A“ anzuzeigen.

  3. Klicke auf die Taste „On“ für den Source-A-Filter, um den Filter zu aktivieren, und wähle dann „Comb FM“ aus dem Einblendmenü „Filter Type“.

  4. Klicke bei gedrückter Taste „ctrl“ auf den Drehregler „Frequency“ und wähle „Envelope Follower“ > „Source A“.

    Dieser Filter wird zugeordnet, um die gespielte Notennummer zu verfolgen. Standardmäßig bietet der Drehregler „Center“ bei 523 Hz einen mittelhohen Klang, der gut geeignet ist. Wenn du die Oktave ändern willst, multipliziere bzw. dividiere mit zwei und runde den Wert auf die nächsthöhere Ganzzahl, die am besten klingt. Stelle z. B. den Drehregler „Frequency“ auf 262 Hz, um eine Oktave höher zu verwenden.

  5. Klicke bei gedrückter Taste „ctrl“ auf den Drehregler „Volume“ für Source A (wähle den tiefstmöglichen Pegel) und ordne eine neue AHDSR-Hüllkurve aus dem Menü zu.

  6. Konfiguriere eine Hüllkurve für dein Impulssignal, um den Kammfilter anzuregen. Du kannst einen beliebigen Impulstyp auswählen, von VA-Rauschen bis hin zu erneut synthetisiert Samples. Aufgrund der aggressiven Eigenschaften von FM ist dies eine gute Impulswahl für Kammfilter.

    Der Impuls erfordert seine eigene Hüllkurve, separat von der Master-Hüllkurve oder einer anderen Hüllkurve, mit der du den Kamm kontrollierst. Die besten Einstellungen für die Hüllkurve hängen in erster Linie davon ab, welchen Klang du erzeugen möchtest. Es ist jedoch eine bewährte Praktik, mit der Einstellung Null für Attack, Null für Hold, einem sehr kurzen Decay, Null für Sustain und Null für Release zu beginnen. So wird eine schnelle Spitze erzeugt, die die Kammbewegung einleitet und es ermöglicht, dass die restliche Klanggenerierung vom Kamm selbst gehandhabt wird.

    Tipp: Da der gewählte Impuls große Auswirkungen auf den Ton haben kann, lohnt es sich, mit verschiedenen Klangquellen zu experimentieren. Ein Ansatz besteht darin, ein Sample mit starkem anfänglichem Anschlag mittels der additiven Importmethode zu importieren und den Ton dann mit den Drehreglern für Additivoberton-Effekte anzupassen. Zusammen mit der Kammfilterung sind mit diesen Bedienelementen zahlreiche schnelle und einfache Anpassungen möglich, wodurch du die wahrgenommene Materialhärte und den Ton deines modellierten Sounds auf dramatische Weise verändern kannst. Du kannst auch eine Drum-Loop importieren und diese mit dem Loop-Modus „Continuous“ halten. Da Drum-Loops kurze Ausstöße von Klang in variierendem Ton enthalten, funktionieren diese gut mit Kammfiltern zusammen.

  7. Verwende das Steuerelement „Damp“, um bei Bedarf Klingeln und andere Tonstörungen zu reduzieren.

Handbücher zum Download:

Logic Pro – Benutzerhandbuch: Apple Books

Logic Pro – Instrumente: Apple Books

Logic Pro – Effekte: Apple Books

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