Erzeugen von FM-Sounds im ES2 in Logic Pro

Beim ES2 ist Oszillator 1 immer der „Träger“ und Oszillator 2 immer der „Modulator“. Das heißt, Oszillator 2 moduliert Oszillator 1.

Das Setting „FM Start“ ist ein guter Ausgangspunkt, um die Synthese der linearen Frequenzmodulation (FM) kennenzulernen.

Sounds über FM Intensity und Frequency in ES2 erzeugen

Lade das Setting „FM Start“, um einen unmodulierten Sinusklang zu hören, der durch Oszillator 1 erzeugt wird. Oszillator 2 wird aktiviert und ebenfalls für die Erzeugung einer Sinus-Oszillation eingestellt, der Pegel wird jedoch auf 0 eingestellt:  Bewege das kleine Rechtecksymbol in der obersten Ecke des Dreiecks, um die Einstellungen zu ändern.

Klicke in Logic Prodie folgenden Schritte aus:

  • Stelle die Intensität der Frequenzmodulation ein, indem du den Wave-Drehregler langsam von „Sine“ bis „FM“ drehst. Du hörst ein typisches FM-Spektrum bei gleicher Frequenz von Träger und Modulator.

  • Ändere die Modulatorfrequenz (Oszillator 2) durch Anpassen von „Fine Tune“ von 0 c auf 50 c. Du hörst dann eine sehr langsame Frequenzmodulation, die mit dem Effekt eines LFO verglichen werden kann. Die eigentliche Frequenzmodulation erfolgt jedoch im Audiospektrum. Sie wird mit der Frequenzwahltaste in Halbtonschritten eingestellt. Teste den Bereich von –36 s bis +36 s für Oszillator 2. Du hörst ein breites Spektrum an FM-Sounds. Einige Einstellungen werden dich an Sounds klassischer FM-Synthesizer erinnern.

  • Wähle andere Wellenformen für Oszillator 2. Die Sinuswellenform ist zwar die klassische FM-Basiswellenform, aber auch andere Wellenformen können interessante Ergebnisse hervorbringen, insbesondere die Digiwaves.

  • Noch außergewöhnlichere Ergebnisse erzielst du, wenn die Frequenz des Trägers (Oszillator 1) verändert wird. Teste auch hier den Bereich von –36 s bis +36 s. Vor allem die ungeraden Werte sind äußerst interessant. Allerdings ist zu bedenken, dass sich dabei die Grundstimmung verändert.

FM-Intensität im ES2 mit einer Hüllkurve und FM-Scaling steuern

Im Setting „FM Envelope“ steuerst du die FM-Intensität mit einer Hüllkurve durch Envelope 2. Das Modulationsziel ist der Bereich zwischen „Sine“ und „FM“ auf dem Wellenform-Drehregler der Oszillatoren. Für diesen Modulationsweg wird der erste Router-Kanal verwendet. Es ist aber mit weiteren Modulationswegen möglich, einen weitaus größeren Bereich abzudecken. Die weiteren Modulationswege sind bereits vorbereitet. Du musst lediglich die Werte einstellen. Da vorerst ohne „Velocity“ gearbeitet wird, kannst du die Werte in der Editor-Ansicht einstellen, indem du den unteren Fader zusammen mit dem oberen ganz nach oben schiebst.

Klicke in Logic Prodie folgenden Schritte aus:

  • Stelle das zweite Modulations-Routing auf 1,0 ein. Du hörst deutlich, dass ein größeres Klangspektrum kontrolliert wird.

  • Stelle die Modulations-Routings 3 und 4 ebenfalls auf den Wert 1,0 ein. Der Klangbereich wird drastisch erweitert.

  • Nach der drastischen Ausweitung des Modulationsbereichs ist der Klang über die gesamte Tastatur unausgewogen. Im unteren und mittleren Tastaturbereich ist der Klang optimal, während die FM-Intensität im oberen Bereich zu stark ist. Dies kann mit den ebenfalls bereits vorbereiteten Modulationswegen 5 und 6 kompensiert werden. Dabei wird das Modulationsziel „Osc 1 Wave“ von Tastaturposition „kybd“ gesteuert. So wird ein Scaling der FM-Intensität erzeugt.

  • Da der Klangbereich aufgrund der vier Modulationen sehr groß ist, sind für dieses FM-Scaling zwei Modulationswege erforderlich. Bewege die unteren Hälften des Schiebereglers jeweils ganz nach unten. Das Scaling ist für die Spielbarkeit von FM-Sounds von fundamentaler Bedeutung!

FM Drive und Filter FM zum Ändern der Tonfarbe in ES2 verwenden

Das Setting „FM Drive“ zeigt deutlich, wie sehr sich der Charakter von FM-Sounds verändert, wenn du „Drive“ und „Filter FM“ verwendest. Die Ergebnisse ähneln dem Feedback der klassischen FM-Synthese.

Klicke in Logic Prodie folgenden Schritte aus:

  • Experimentiere mit verschiedenen Einstellungen für „Drive“ und „Filter FM“.

  • Setze die Cutoff-Frequenz von Filter 2 auf „0“ herab. Envelope 2 wirkt dann auch auf Filter 2. Die entsprechende Modulation ist in dem Setting bereits voreingestellt.

FM-Sounds mit Digiwaves in ES2 erzeugen

Im Setting „FM Digiwave“ wird eine Digiwave als FM-Modulator eingesetzt. Dadurch können z. B. glockige Klänge aus nur zwei Operatoren programmiert werden. Bei der traditionellen FM-Synthese sind solche Sounds in der Regel nur mit einer Vielzahl an Sinuswellen möglich.

Um einen schwebungsreicheren, atmosphärischen Grundklang zu realisieren, wurde der polyphone Unison-Modus aktiviert. Für die Klangformung wurden Filter- und Amplituden-Hüllkurven voreingestellt.

Klicke in Logic Prodie folgenden Schritte aus:

  • Teste die Wirkung unterschiedlicher Digiwaves als FM-Modulationsquellen.

  • Probiere verschiedene Intensitäten für den Parameter „Analog“ aus.

FM-Sounds mit Wavetables in ES2 erzeugen

Äußerst lebendige FM-Klänge entstehen, wenn die Modulation durch ein Morphing zwischen Digiwaves (Wavetable-Scanning) erfolgt. Das Morphing im Setting „FM Digiwave“ wird durch den LFO 2 gesteuert. Das Tempo des LFO 2 und deshalb auch das Morphing hängen vom Logic Pro -Tempo ab (hier zwei Takte).

Klicke in Logic Prodie folgenden Schritte aus:

  • Stelle für den LFO2 andere Wellenformen ein. Vor allem die Wellenform „Lag S/H“ (geglätteter Zufall) ist für Wavetables geeignet.

  • Experimentiere mit unterschiedlichen FM-Intensitäten und Oszillatorfrequenzen.

  • Verändere die Modulationsintensität des ersten Routings (LFO2 moduliert „Osc2 Wave“) und die LFO 2 Rate.

Verzerrte FM-Sounds mit Monophonic Unison in ES2 erzeugen

Das Setting „FM Megafat“ eignet sich besonders für verzerrte Bässe oder gitarrenähnliche Sounds. Im oberen Bereich wird der Sound etwas kratzig. Dies ist hier auch mit noch so viel Keyscaling nicht aufzufangen – aber nicht jeder Sound muss über 5 Oktaven gut klingen!

Klicke in Logic Prodie folgenden Schritte aus:

  • Probiere eine extreme Verstimmung mit „Analog“ aus.

  • Der Flanger passt gut zu diesem Sound.

  • Aktiviere die voreingestellte Filter-Hüllkurve, indem du die „Cutoff Frequency“ von Filter 2 auf „0“ herabsetzt.

  • Für fette Lead-Sounds eignet sich etwas „Glide“.

  • Und wie immer beim FM erzielst du drastische Klangveränderungen durch andere Frequenzeinstellungen der beiden Oszillatoren. Scheue keine krummen Intervalle.

FM-Sounds mit unüblichen Spektren in ES2 erzeugen

Die interessantesten Ergebnisse lassen sich bei ungeraden Frequenzverhältnissen erzielen, wenn man zunächst einmal keine Rücksicht auf die Beibehaltung der Grundstimmung nimmt.

Das Setting „FM Out of Tune“ bietet einen glockigen Klang, ähnlich wie der einer Ringmodulation. Es wurde durch ein Setting von 30 s 0 c erreicht, wobei der Modulator auf einen Wert von 0 s 0 c eingestellt wurde. Solche Klänge wurden häufig in der elektronischen Musik der achtziger Jahre verwendet und werden in den Musikrichtungen Ambient und Trance wieder populärer.

Mithilfe von Filtern, Hüllkurven und Effekten kann der Sound weiterentwickelt werden. Allerdings gibt es ein kleines Problem: Der Sound ist verstimmt.

Klicke in Logic Prodie folgenden Schritte aus:

  • Verwende Oszillator 3 als Referenz für die Stimmung des FM-Sounds, indem du den Zeiger im Triangle bewegst.

  • Du wirst feststellen, dass der FM-Klang in F gestimmt ist, also 5 Halbtöne zu hoch bzw. 7 Halbtöne zu tief.

  • Stelle Oszillator 1 und 2 um jeweils fünf Halbtöne (500 ct) tiefer ein. Eine Höherstimmung kommt nicht in Frage, da Oszillator 1 dann auf „37 s 0 c“ stehen müsste, der Maximalwert aber „36 s 0 c“ beträgt.

  • Wichtig ist bei diesem Vorgang, dass das Frequenzverhältnis (Intervall) zwischen Oszillator 1 und 2 beibehalten wird. Das heißt, Oszillator 1 = 25 s O c und Oszillator 2 = –5 s 0 c.

Logic Pro – Benutzerhandbuch: Apple Books

Logic Pro – Instrumente: Apple Books

Logic Pro – Effekte: Apple Books

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