SV Bergisch Gladbach 09 (Frauenfußball)
| SV Bergisch Gladbach 09 | ||
| Verein | ||
|---|---|---|
| Name | Sportverein Bergisch Gladbach 09 e. V. | |
| Sitz | Bergisch Gladbach, Nordrhein-Westfalen | |
| Gründung | 16. Juli 1973[1] | |
| Farben | Rot-Weiß | |
| Präsident | Lutz Urbach | |
| VR-Nr. | VR 501244 (AG Köln) | |
| Website | bergischgladbach09.de | |
| Erste Mannschaft | ||
| Cheftrainer | Osman Zeki Bayraktar | |
| Spielstätte | BELKAW-Arena | |
| Plätze | 10.500 | |
| Liga | Landesliga Mittelrhein | |
| 2025/26 | 11. Platz (als 1. FFC Bergisch Gladbach) | |
|
Der SV Bergisch Gladbach 09 ist ein Fußballverein aus Bergisch Gladbach. Die historische Frauenfußballabteilung errang in den 1970er und 1980er Jahren neun deutsche Meistertitel und drei DFB-Pokalsiege. Damit ist der Verein deutscher Rekordmeister, wenn man nur die Meisterschaften unter dem Dach des Deutschen Fußball-Bundes berücksichtigt.
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Strukturelle Entwicklung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Verein wurde im Jahre 1909 als FC 09 Bergisch Gladbach gegründet, dem sich kurze Zeit später der FC Montania Bergisch Gladbach anschloss. Im Jahre 1919 fusionierte der Verein mit dem TSV Zanders Bergisch Gladbach, dem Werksclub der Zanders Papierfabrik zum SV Bergisch Gladbach 09. Im Jahr 1936 schloss sich noch der VfL Gronau dem Verein an. Im Jahr 1969 entstand durch die treibende Kraft des Bauunternehmers und Hoteliers Franz Weißenberger die Spiel- und Sport-Gemeinschaft Bergisch Gladbach aus den zuvor selbständigen Stadtteilvereinen Sportfreunde Paffrath, SV Blau-Weiß Hand und der SSV Katterbach. Finanzielle Nöte, die den SV Bergisch Gladbach 09 in seiner Existenz bedrohten, führten im Jahr 1973 zur Fusion mit dem Nachbarn SSG Bergisch Gladbach zur SSG 09 Bergisch Gladbach. Ab dem Jahr 2007 wurde die SSG 09 Bergisch Gladbach zu Werbezwecken nur noch Bergisch Gladbach 09 genannt, allerdings existierte laut Satzung noch das Kürzel SSG. Im April 2008 wurde eine erneute Namensänderung beschlossen und der Fußballverein trägt nun seinen heutigen Namen.[2]
Mit der Aufhebung des Verbots der Ausübung des Frauenfußballs als Ergebnis des DFB-Verbandstages am 31. Oktober 1970 in Travemünde, entstand bei der SSG 09 Bergisch Gladbach auch eine Frauenfußballabteilung. Im Jahr 1996 wechselte die gesamte Frauenfußballabteilung zum TuS Köln rrh. 1874. Zum 1. Juli 2008 hat sich auch diese Frauenfußballabteilung im TuS Köln rrh. aufgelöst und trat geschlossen dem Verein Bayer 04 Leverkusen bei.[3] Der SV Blau-Weiß Hand wurde später neu gegründet. Dessen Frauenfußballabteilung wurde 2009 unter dem Namen 1. FFC Bergisch Gladbach eigenständig. Nachdem eine geplante Verschmelzung beider Vereine im Jahr 2019 noch an der fehlenden Zustimmung der FFC-Mitglieder gescheitert war,[4][5] unternahmen die Klubs 2026 einen erfolgreichen neuen Anlauf. Nach entsprechenden Beschlüssen der Mitgliederversammlungen wurde der 1. FFC Bergisch Gladbach mit der amtlichen Eintragung in das Vereinsregister am 11. Mai 2026 rechtlich in den SV Bergisch Gladbach 09 eingegliedert.[6][7]
Die historische Abteilung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Wurzeln der Mannschaft liegen in einer Thekenmannschaft aus dem Kölner Stadtteil Dellbrück. Da kein Kölner Verein die Spielerinnen aufnehmen wollte, kontaktierten sie die SSG 09 Bergisch Gladbach. Vorstandsmitglied Hans Gronewold übernahm dann 1976 die Leitung der Abteilung. Verstärkt mit vier Spielerinnen vom Bonner SC begann der sportliche Aufschwung. Prompt sicherten sich die Gladbacherinnen die Mittelrheinmeisterschaft und erreichten die Endrunde um die deutsche Meisterschaft 1977, wo die Mannschaft auf die NSG Oberst Schiel aus Frankfurt traf. Nach einem 0:0 im eigenen Stadion gewann Bergisch Gladbach das Rückspiel durch ein Tor von Ingrid Gebauer mit 1:0 und gewann seine erste Meisterschaft.[8]
Zur Saison 1977/78 gründete der Fußball-Verband Mittelrhein eine Verbandsliga. Wurden die Gladbacherinnen dort in der ersten Saison noch Vizemeister hinter Rot-Weiß Berrendorf, sicherte sich die Mannschaft in den folgenden Jahren alle Meistertitel. Zwischen 1978 und 1985 wurde nur ein Ligaspiel verloren und fünfmal konnte die Mannschaft alle Ligaspiele gewinnen.[9] 1979 gewann die Mannschaft dann ihren zweiten Titel. Beim Rückspiel gegen den FC Bayern München kamen 12.000 Zuschauer ins heimische Stadion. Es war der erste von sechs Titeln in Folge. 1981, 1982 und 1984 gewannen die Gladbacherinnen jeweils den DFB-Pokal. Zusätzlich gewann die Mannschaft 1981 und 1984 das Women’s World Invitational Tournament, einem Vorläufer der heutigen Weltmeisterschaft. Als am 10. November 1982 die deutsche Nationalmannschaft ihr erstes Länderspiel austrug, stellte die SSG acht Spielerinnen.[10]

Im Jahre 1985 führte der Westdeutschen Fußball- und Leichtathletikverband mit der Regionalliga West die erste landesverbandübergreifende Spielklasse ein. 1986 verloren die Gladbacherinnen ihr erstes Meisterschaftsfinale mit 0:5 gegen den FSV Frankfurt. 1988 und 1989 holte die Mannschaft ihre letzten beiden Meistertitel, bevor das Endspiel 1990 gegen den TSV Siegen mit 0:3 verloren wurde. Zur Saison 1990 führte der DFB eine zweigleisige Bundesliga, für dessen Einführung sich Hans Gronewold sich stets eingesetzt hatte.[8] Als Tabellendritter der Saison 1990/91 wurde die Endrunde um die deutsche Meisterschaft knapp verpasst. In den folgenden Jahren konnte der Verein finanziell mit der Konkurrenz aus Siegen oder von Grün-Weiß Brauweiler nicht mehr mithalten.[8] 1993 konnte als Achter der Abstieg nur knapp vermieden werden. Ein Jahr später reichte es nur zum vorletzten Platz, was den Abstieg bedeutete.
Hans Gronewold zog sich daraufhin zurück. 1995 erreichte die Mannschaft den dritten Platz und verpasste die Aufstiegsrunde zur Bundesliga nur um einen Punkt. Ein Jahr später wurden die Gladbacherinnen Vizemeister der Regionalliga hinter der SG Wattenscheid 09, unterlagen dann aber in den Qualifikationsspielen für die Aufstiegsrunde zur Bundesliga dem Schmalfelder SV.
Die heutige Abteilung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Nach der Eingliederung des 1. FFC Bergisch Gladbach tritt ab der Saison 2026/27 wieder eine Frauenmannschaft für den SV Bergisch Gladbach 09 an. Die Mannschaft übernahm den Platz in der Landesliga Mittelrhein.
Statistik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Erfolge
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Deutscher Meister: 1977, 1979, 1980, 1981, 1982, 1983, 1984, 1988, 1989
- DFB-Pokal-Sieger: 1981, 1982, 1984
- Meister der Regionalliga West: 1988
- Mittelrheinmeister: 1977, 1979, 1980, 1981, 1982, 1983, 1984, 1985, 1986, 1987, 1988, 1989, 1990
- Mittelrheinpokalsieger: 1981, 1982, 1983, 1984, 1986, 1988, 1989
- Women’s-World-Invitational-Tournament-Sieger: 1981, 1984 (Einladungsturnier; 1984 um den Chunghua Cup)
Saisonbilanzen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Saison | Liga | Platz | S | U | N | Tore | Punkte | Meisterschaft | DFB-Pokal |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| 1976/77 | Bezirksklasse Mittelrhein | 1. | unbekannt | Meister | nicht ausgetragen | ||||
| 1977/78 | Verbandsliga Mittelrhein | 2. | 19 | 2 | 1 | 71:6 | 40:4 | nicht qualifiziert | nicht ausgetragen |
| 1978/79 | Verbandsliga Mittelrhein | 1. | 19 | 1 | 0 | 93:3 | 39:1 | Meister | nicht ausgetragen |
| 1979/80 | Verbandsliga Mittelrhein | 1. | 22 | 0 | 0 | 98:3 | 44:0 | Meister | nicht ausgetragen |
| 1980/81 | Verbandsliga Mittelrhein | 1. | 22 | 1 | 1 | 113:3 | 45:3 | Meister | Sieger |
| 1981/82 | Verbandsliga Mittelrhein | 1. | 20 | 0 | 0 | 89:4 | 40:0 | Meister | Sieger |
| 1982/83 | Verbandsliga Mittelrhein | 1. | 22 | 0 | 0 | 106:6 | 44:0 | Meister | Achtelfinale |
| 1983/84 | Verbandsliga Mittelrhein | 1. | 20 | 0 | 0 | 121:3 | 40:0 | Meister | Sieger |
| 1984/85 | Verbandsliga Mittelrhein | 1. | 20 | 0 | 0 | 115:2 | 40:0 | Halbfinale | nicht qualifiziert |
| 1985/86 | Regionalliga West | 3. | 14 | 7 | 1 | 66:16 | 35:9 | Finale | Finale |
| 1986/87 | Regionalliga West | 2. | 14 | 5 | 1 | 63:10 | 33:7 | Halbfinale | nicht qualifiziert |
| 1987/88 | Regionalliga West | 1. | 18 | 1 | 1 | 64:6 | 37:3 | Meister | Halbfinale |
| 1988/89 | Regionalliga West | 2. | 14 | 6 | 2 | 56:12 | 34:10 | Meister | Halbfinale |
| 1989/90 | Regionalliga West | 3. | 10 | 9 | 3 | 32:17 | 29:15 | Finale | nicht qualifiziert |
| 1990/91 | Bundesliga Nord | 3. | 11 | 4 | 3 | 43:22 | 26:10 | nicht qualifiziert | nicht qualifiziert |
| 1991/92 | Bundesliga Nord | 4. | 9 | 5 | 6 | 27:22 | 23:17 | nicht qualifiziert | Achtelfinale |
| 1992/93 | Bundesliga Nord | 8. | 5 | 2 | 11 | 22:42 | 12:24 | nicht qualifiziert | 2. Runde |
| 1993/94 | Bundesliga Nord | 9. | 3 | 2 | 13 | 10:45 | 8:20 | nicht qualifiziert | Achtelfinale |
| 1994/95 | Regionalliga West | 3. | 13 | 5 | 4 | 58:28 | 31:13 | nicht qualifiziert | 2. Runde |
| 1995/96 | Regionalliga West | 2. | 14 | 4 | 4 | 55:31 | 46 | nicht qualifiziert | nicht qualifiziert |
Persönlichkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Verein stellte insgesamt 18 deutsche Nationalspielerinnen. Die Zahl in Klammern nennt die Anzahl der Länderspiele, die während der Zeit in Bergisch Gladbach absolviert wurden.
- Petra Bartelmann (25)
- Gaby Dlugi-Winterberg (8)
- Heidi Engel (1)
- Angelika Fehrmann (9)
- Ingrid Gebauer (3)
- Manuela Goller (45)
- Andrea Haberlaß (10)
- Brigitte Klinz (8)
- Doris Kresimon (7)
- Bettina Krug (3)
- Petra Landers (15)
- Silvia Neid (111)
- Rosemarie Neuser (8)
- Judith Roth (1)
- Monika Steinmetz, geb. Degwitz (22)
- Anne Trabant-Haarbach (8)
- Cornelia Trauschke (3)
- Elke Walther (17)
Weitere Spielerinnen für den Verein waren:
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ In heutiger Form entstanden durch Fusion mit SSG 09 am 16.07.1973, Amtsgericht Köln, VR 501244, Umbenennung 2008, Ursprünglicher SV 09, AG Köln VR 1045, aufgelöst.
- ↑ Hardy Grüne, Christian Karn: Das große Buch der deutschen Fußballvereine. AGON Sportverlag, Kassel 2009, ISBN 978-3-89784-362-2, S. 42–43.
- ↑ Fast unbezwingbar: Vor 40 Jahren beginnt die Ära Bergisch Gladbach. Deutscher Fußball-Bund, archiviert vom ; abgerufen am 14. Juni 2026.
- ↑ Alex Schiele: Fusion in Bergisch Gladbach. FuPa, abgerufen am 29. Juli 2019.
- ↑ Redaktion: Frauenfußball: SV 09 und 1. FFC gehen eigene Wege. 18. November 2019, abgerufen am 24. Februar 2022.
- ↑ Eintragung vom 11. Mai 2026 im Vereinsregister 501244, Amtsgericht Köln
- ↑ SV 09 und 1. FFC Bergisch Gladbach werden eins. SV Bergisch Gladbach 09, 23. März 2026, abgerufen am 8. Juni 2026.
- 1 2 3 Mark vom Hofe: Erlebte Geschichten mit Hans Gronewold. WDR, abgerufen am 14. Juni 2026.
- ↑ FC Teutonia 1919 Weiden e.V. (PDF) FC Teutonia Weiden, abgerufen am 23. März 2024.
- ↑ Das Wunder von Taipeh. Deutsches Fußballmuseum, abgerufen am 14. Juni 2026.