Der Mil Mi-2 (russischМиль Ми-2, NATO-Code: Hoplite) ist ein zweimotoriger sowjetischerMehrzweckhubschrauber. Er wurde in mindestens 24 Varianten und in etwa 5500 Exemplaren bis 1998[1] gebaut und ist teilweise noch heute im Dienst.
Das Entwicklungsteam des OKB-329 unter Leitung von Michail Mil wurde am 30. Mai 1960 beauftragt, diesen Hubschrauber in zunächst verschiedenen Varianten zu entwickeln. Im Januar 1961 war der erste Prototyp fertig und es wurden umfangreiche Bodenversuche vorgenommen. Bereits im September 1961 stellte das OKB diesen Typ als Nachfolger des Mil Mi-1 unter der Bezeichnung W-2 erstmals öffentlich vor. Der Erstflug erfolgte am 22. September 1961. Im Gegensatz zum Vorgänger verfügte das Modell über eine geräumigere Kabine, da die Triebwerke sowie das Hauptgetriebe oberhalb des Rumpfes angeordnet worden waren. Wurde der Mi-1 noch durch einen Kolbenmotor angetrieben, so besaß sein Nachfolger zwei Gasturbinen GTD-350 von Isotow. Während der Erprobung konnten mit dem Muster am 14. Mai 1963 und am 20. Juni 1965 zwei Weltrekorde auf einer 100-km-Strecke aufgestellt werden. Die Besatzungen B.Anopow beziehungsweise T.Russijan flogen die Strecke mit einer Durchschnittsgeschwindigkeit von 253,82km/h beziehungsweise 269,38km/h, wobei letzterer ein Frauenrekord war.
Nach der Erprobung des Prototyps wurde beschlossen, den Serienbau des Mi-2 an das WSK-Werk (Wytwórnia Sprzetu Komunikacyjnego, Werk für Verkehrsmittel) in Świdnik/Polen zu übergeben, welches Ende 1962 Verhandlungen über eine Lizenzfertigung aufgenommen hatte. Ein entsprechender Vertrag wurde Anfang 1964 zwischen der Sowjetunion und Polen unterzeichnet. In Świdnik flog die erste noch aus gelieferten Teilen sowjetischer Produktion bestehende Maschine am 26. August 1965. Der erste reine als PZL Mi-2 benannte Hubschrauber flog erstmals am 4. November 1965. Die zum Modell gehörigen Isotow-GTD-350-Turbinen wurden ebenfalls in Lizenz im WSK Rzeszów gebaut. 1966 begann im WSK Świdnik die Serienproduktion, 1968 wurde mit der Einführung in den Bestand der polnischen Luftstreitkräfte begonnen.
Die mit verbesserten GTD-350P ausgerüstete Mi-2M flog erstmals am 1. Juli 1974. Sie verfügte außerdem über einen für zehn Personen ausgelegten vergrößerten Rumpf und zwei beidseitige Schiebetüren. Die Entwicklungsarbeiten hierzu hatten 1968 begonnen. Es entstanden insgesamt sechs Prototypen, die bis 1977 getestet wurden. Da die erwarteten Flugleistungen nicht erreicht wurden, stellte man dieses Programm im selben Jahr wieder ein. Die Serienfertigung des Mi-2 lief bis etwa 1986 und umfasste rund 5450 Stück.
Eingesetzt wurde die Mi-2 außer in der UdSSR in mehreren Staaten des Warschauer Pakts (DDR, ČSSR, Polen, Ungarn, Bulgarien) sowie in Staaten mit sowjetischem Einfluss (Jugoslawien, Irak, Libyen u.a.). Hauptabnehmer waren die sowjetische Aeroflot, die paramilitärische Organisation DOSAAF und die sowjetischen Luftstreitkräfte.
Der polnische Luftfahrzeughersteller PZL Świdnik bietet eine modernisierte Version des Mil Mi-2 mit der Bezeichnung PZL Kania an.
In Schweden flogen drei Mi-2 bei privaten Eignern. 2005 verunfallte eine der Maschinen beim Start von einem Altersheim und der 100-jährige Ehrengast des Rundflugs starb später im Krankenhaus.[2] In Vassaunda war auch die LY-XCA stationiert.[3] Die heutige Maschine LY-HCT wurde 2004 nach Schweden gebracht[4] und ist vermutlich nicht mehr flugtauglich.[5]
2006 sollten 12 Hubschrauber für Sprüheinsätze im Irak eingesetzt werden.[6]
Am 27. Dezember 2021 wurde bei einer harten Notlandung in einem Wald nach einem Pipeline-Kontrollflug in Udmurtien (Region Jakschur-Bodja) einer der beiden Piloten getötet,[7] am 17. April 2022 stürzte eine Mi-2 bei einem landwirtschaftlichen Sprühflug in Kuban ab. Zu diesem Zeitpunkt sollten mindestens 3 weitere Mi-2 für Sprühflüge in Südrussland verwendet werden, wo sie wegen Verwechslungsmöglichkeiten mit Drohnen nicht ohne Tracker fliegen durften.[8]
Der Rumpf der Mi-2 ist in Ganzmetall-Halbschalenbauweise mit einer Beplankung aus Duraluminium gefertigt. Der Tank befindet sich in der Kabinenmitte. Der Heckrotorträger verfügt über seitlich angebrachte Stabilisierungsflossen sowie einen Notsporn. Das starre Bugradfahrwerk ist pneumatisch gefedert und kann im Winter durch Schneekufen ergänzt werden.
Mi-2A – Im Jahr 2003 beschlossen die beiden russischen Unternehmen Mil und Rostvertol, die Produktion einer modernisierten Version des Mi-2 mit der Bezeichnung Mi-2A aufzunehmen. Die neue Version verfügt über neue französische Turbomeca-Arrius-2Mi-Triebwerke (mit einer Leistung von 450 PS) mit neuen Aggregaten und Systemen sowie einer komplett erneuerten, modernen Avionik. Im Jahr 2012 wurde bekannt gegeben, dass in der chinesischen Provinz Hebei ein Werk entstehen soll, das unter Lizenz Mi-2A-Hubschrauber herstellt. Darüber hinaus soll das Werk auch die Wartung und Reparatur von Mil-Hubschraubern übernehmen.[10][11][12]
Mi-2B – Im Geheimen vor der UdSSR initiiert, unterzeichnete Polen 1980 einen Vertrag mit Libyen über die Lieferung von 50 modernisierten Mi-2. Im Gegenzug verpflichtete sich die libysche Seite zur Lieferung von Erdöl. Obwohl es sich offiziell um zivile Maschinen handeln sollte, waren diese für die libysche Luftwaffe bestimmt. Die Arbeiten an der Modernisierung wurden unmittelbar nach der Unterzeichnung des Vertrags aufgenommen. Die Hubschrauber für Libyen wurden als Mi-2B bezeichnet. Die Modernisierung umfasste den Einbau der moderneren amerikanischer Avionik, wodurch der Hubschrauber leichter (um fast 300 kg) und besser ausbalanciert war. Außerdem wurde die Maschine zusätzlich mit einem Transponder ausgestattet. Standardmäßig wurden in den Maschinen GTD-350W-Triebwerke mit einer Leistung von 425 PS eingebaut. Zudem wurden die Mi-2B-Hubschrauber mit Rotorblättern ohne Enteisungsanlage ausgestattet. Dies war aufgrund des in Libyen herrschenden Klimas nicht erforderlich.
Mi-2T – T für Transport, ist die für die Beförderung von 8 Personen oder einer Ladung mit einem Gewicht von bis zu 700 kg in der Kabine ausgelegt. Außenlasten bis 800 kg.
Mi-2R – Für den Einsatz in der Landwirtschaft gedacht. Sie ist für das Versprühen von flüssigen Pflanzenschutzmitteln sowie das Ausbringen von Düngemitteln in Form von Pulver und Granulat vorgesehen ist. Der Hubschrauber in dieser Version war mit zwei Laminattanks (jeweils mit einem Fassungsvermögen von 600 l oder insgesamt 700 kg) ausgestattet, die an den Seiten des Rumpfes befestigt waren, sowie mit Trägern zur Aufhängung von Sprührohren und Zerstäubern. Je nach Einsatzzweck des Hubschraubers waren die Tanks mit Düsen ausgestattet, die an Pumpen (Sprühen) oder an einem Gebläse (Ausbringen) angeschlossen waren. In der Version zum Ausbringen von Düngemitteln kamen pneumatische Tunnel mit Gebläsen oder Scheibenspreizer zum Einsatz (beide wurden von Elektromotoren angetrieben). Die Maschine in dieser Variante wurde am 20. Juni 1968 von dem Piloten Stanisław Gajewski erprobt. Insgesamt wurden 350 Hubschrauber in dieser Variante hergestellt, von denen der Großteil in die UdSSR exportiert wurde. Die Maschine fand auch ihren Absatz außerhalb der Sowjetunion, oft in Afrika und im Nahen Ost.[13]
Mi-2P – Variante für den Transport von 6 oder 8 Passagieren samt Gepäck. Mit deutlich hochwertiger Innenausstattung und Schallisolierung.
Mi-2Sz/Mi-2U – Variante zum Flugtraining
Mi-2SR – Variante als Rettungshubschrauber mit Platz für zwei Patienten auf Tragen und zwei sitzend. Die ersten Maschinen wurden ab 1972 ausgeliefert.
Mi-2M (Rostvertol) – Der Mi-2M ist eine Modernisierung der Mi-2, die 1998 vom russischen Unternehmen Rostvertol für den russischen Föderalen Grenzdienst angeboten wurde. Die Modernisierung umfasste den Austausch der Schwingtüren gegen Schiebetüren sowie die Anbringung von Halterungen für die Waffen der Besatzung, ein Maschinengewehr und ein Nachtsichtgerät. Langfristig war eine umfassendere Modernisierung vorgesehen, die den Austausch der Triebwerke gegen Allison-Triebwerke, die Vergrößerung des Treibstoffsystems, den Austausch der Rotorblätter gegen solche aus Verbundwerkstoff, den Austausch der Avionik sowie den Einbau eines GPS TNL600 und einer Wärmebildkamera umfasste.[14]
Mi-3 – In der Sowjetunion entstand im Zuge der Arbeiten am Prototyp W-2 (Mi-2) die Idee, einen vergrößerten Hubschrauber zu entwickeln. Dieser war für den Transport von 10 Personen vorgesehen. Das Projekt wurde vorläufig als Mi-3 bezeichnet. Zu den gegenüber dem Mi-2 vorgenommenen Änderungen gehörten eine Neukonstruktion des Rumpfes und des Fahrwerks. Der hintere Teil des Rumpfes wurde vergrößert und mit einer Luke versehen. Ein Modell des neuen Hubschraubers entstand im Jahr 1964. Das Projekt scheiterte jedoch aufgrund fehlender geeigneter Triebwerke. Der ursprünglich geplante Antrieb aus dem Mi-2, bestehend aus zwei GTD-350-Turbinen, erwies sich als zu schwach.
Mi-22 – Zur gleichen Zeit, wie die Mi-3, entstand ein zweites Projekt für einen vergrößerten Hubschrauber auf Basis des Mi-2. Dieses Projekt wurde zunächst als W-20 bezeichnet, 1965 wurde die Bezeichnung in Mi-22 geändert. Der Hubschrauber Mi-22 sollte für den Transport einer Infanterietruppe vorgesehen sein. Im Vergleich zum Mi-2 wurde der Rumpf verlängert, neue, breite Schiebetüren in der Passagierkabine eingeführt, das Fahrwerk auf Kufen umgestellt und ein neuer, vierblättriger Hauptrotor eingebaut. Aufgrund des erhöhten Gewichts (ca. 4300 kg) sollte der Hubschrauber zudem einen neuen Motor erhalten – den GTD-10A. Das Projekt wurde Anfang der 1970er Jahre eingestellt, da der Hubschrauber Mi-24 entwickelt wurde, der die für den Mi-22 vorgesehenen Aufgaben des Transports von Infanterietrupps übernahm.[15]
Mi-2 D „Przełącznik“ – (ggf. Variante III) die 1967 entwickelt wurde. Die Maschinen dieser Variante wurden als fliegende Kommandostellen konzipiert und zu diesem Zweck mit spezieller Kommunikationsausrüstung ausgestattet. Alle Hubschrauber dieser Version gingen an die polnische Armee.[16]
Mi-2 RM – Variante für die Seenotrettung. Diese Version wurde 1969 entwickelt. Die Mi-2 RM verfügten über einen zusätzlichen Treibstofftank im Rumpf, eine hydraulische Hebevorrichtung, einen Verbandkasten, eine Trage sowie Rettungsflöße. Im Jahr 1975 wurden Versuche mit aufblasbaren Schwimmkörpern durchgeführt, die am Mi-2 RM befestigt waren, doch letztendlich wurde darauf verzichtet. Insgesamt wurden 16 Hubschrauber in dieser Variante gebaut.
Mi-2 RL – Variante als Rettungshubschrauber. Die Maschinen dieser Version wurden mit einer Hebevorrichtung auf der linken Seite des Rumpfes, Scheinwerfern, einer Trage und einem Erste-Hilfe-Set ausgestattet. Der erste Hubschrauber dieser Variante wurde im November 1975 fertiggestellt. Insgesamt wurden 10 Mi-2 RL gebaut.
Mi-2 RO „Bażant“ – (oder Mi-2R) Der "Fasan" entstand Anfang der 1970er Jahre als Hubschrauber für allgemeine Aufklärungs- und Beobachtungsaufgaben auf dem Schlachtfeld. Die Spezialausrüstung besteht aus zwei Kameras, von denen eine im Cockpitfenster und die andere in einem Behälter unterhalb des Heckauslegers angebracht war. Die ersten Hubschrauber dieser Variante waren mit zwei PK-Maschinengewehren vom Kaliber 7,62 mm bewaffnet. Spätere Modelle verfügten darüber hinaus über eine NS-23-Kanone.
Mi-2 „Platan“ – Die Platane ist eine Variante für den Minenabwurf, die Ende der 1980er Jahre entwickelt wurde. Der Hubschrauber verfügt in der Kabine über einen speziellen Minenwerfer, der an der Stelle der ausgebauten linken Tür angebracht ist. Zudem wurden die Fensterscheiben durch einen Metallschirm ersetzt. Der Hubschrauber ist für den Minenabwurf mit den Minen MN-111 und MN-121 ausgelegt. Auf diese Weise wurden 18 Hubschrauber umgebaut.
Mi-2Ch Mi-2 Ch „Chekla“ - Diese Variante mit dem Namen "Grenzwert", die für das Erzeugen von Rauchvorhängen bestimmt ist, entstand in den 1980er Jahren. Die Hubschrauber dieser Version wurden mit dem System WZD-80 ausgestattet. Das System nutzt die warmen Abgase der Triebwerke zur Erzeugung von Rauch. Die Rauchgeneratoren wurden auf Außenhalterungen im hinteren Teil des Rumpfes installiert. Darüber hinaus wurden die Mi-2 Ch mit einem Set zur Kontaminationserkennung ausgestattet, das dem in den Mi-2RS-Hubschraubern entspricht.
Mi-2 RS „Padalec“ – Eine Variante zur Kontaminationserkennung, die in den 1970er Jahren entwickelt wurde. Die Hubschrauber dieser Version wurden mit mehreren Sätzen spezieller Ausrüstung zur Kontaminationserkennung ausgestattet. Die ersten Hubschrauber wurden mit dem Aligator-Set ausgestattet (Röntgenmessgerät DPS-68 (DP-3), Kontaminationssensor DPL-67, chemisches Erkundungsgerät PchR-57 zur Entnahme von Proben kontaminierten Bodens oder Wassers). Später wurde die Ausrüstung durch das Luft-Röntgenmessgerät RL-75 ergänzt. Dieses Set trug den Namen „Pyton“. Das neueste Ausrüstungsset „Ikar“ besteht aus: Röntgenmessgeräten DPS-68, DPL-67, RL-75, Sensoren GSA-12 und GO-27, einem neuen ZWG-Gerät zur Entnahme von Proben kontaminierten Bodens sowie einem Gerät 21-A zur Entnahme von Proben kontaminierter Luft. Darüber hinaus wurde der Hubschrauber mit einem KUFW-Filter ausgestattet, der die Besatzung vor den Auswirkungen des Aufenthalts in einer kontaminierten Zone schützt.
Mi-2 FM – fotogrammetrische Variante, ausgestattet mit einer WILD RC-8-Kamera, die im hinteren Teil des Rumpfes angebracht ist.
Mi-2M – Im Jahr 1968 wurde eine vergrößerte Version des Hubschraubers Mi-2 mit der Bezeichnung Mi-2M entwickelt. Die Arbeiten an der Modernisierung wurden in zwei Phasen unterteilt. Die erste (Mi-2M1) umfasste lediglich den Austausch des Antriebs gegen leistungsstärkere GTD-350P-Triebwerke mit einer Leistung von jeweils 331 kW (450 PS). Die zweite Phase (Mi-2M2) sah eine Neukonstruktion des Rumpfes (wodurch er eine größere Anzahl von Passagieren aufnehmen konnte) und des Fahrwerks sowie den Einbau eines neuen Kraftstoffsystems vor. Darüber hinaus wurden ein flacher Boden und neue, zur Seite schwenkbare Türen, die das Beladen erleichterten, sowie eine Winde eingebaut. Der Hubschrauber konnte neben dem Piloten 11 Passagiere befördern. Der Mi-2M2 absolvierte seinen Erstflug am 1. Juli 1974. Im selben Jahr wurde die Serienproduktion von mehreren Exemplaren aufgenommen. Letztendlich zeigten Untersuchungen, dass die verwendeten Triebwerke angesichts der Gewichtszunahme, die durch die Neukonstruktion des Rumpfes entstanden war, nicht ausreichten. Aufgrund des Mangels an geeigneten Triebwerken wurde keine Serienproduktion aufgenommen.[17]
Mi-2 US – Die erste bewaffnete Variante mit Bordwaffen, die in den 1960er- und 1970er-Jahre entwickelt wurde. Diese Version war mit einem S-13-Maschinengewehr ausgestattet. Die Bewaffnung bestand aus einer fest montierten 23-mm-Kanone vom Typ NS-23, die außen an der Backbordseite angebracht war (100 Schuss) sowie vier PKT-Maschinengewehre vom Kaliber 7,62 mm, die paarweise an Auslegern auf beiden Seiten des Rumpfes befestigt waren (jeweils 500 Schuss), mit der Möglichkeit, zwei weitere bewegliche PK-Maschinengewehre in den Fenstern anzubringen. Der Pilot verfügte über ein PKW-Leuchtpunktvisier. Es wurden 2 Prototypen und 28 Serienhubschrauber der US-Variante gebaut (Serienproduktion in den Jahren 1972–73). Die Auslieferung dieser Variante an die Streitkräfte begann im Jahr 1973. Eine analoge Version, jedoch ohne Kanone, wurde an die DDR geliefert.
Mi-2 URN „Żmija“ – Die Viper ist eine Variante, die mit Abschussvorrichtungen für ungelenkte Raketen (RN) ausgerüstet war. Bei dieser Version wurden an den Seiten des Rumpfes zwei hängende Mars-2-Abschussvorrichtungen für jeweils 16 S-5-Raketen des Kalibers 57 mm angebracht. Darüber hinaus umfasste die Bewaffnung noch eine NS-23-Kanone und zwei bewegliche PK-Maschinengewehre, die in den Fenstern angebracht waren. Im Jahr 1973 wurden 7 Exemplare hergestellt, weitere 18 wurden aus Mi-2 US umgebaut. Alternativ konnten zwei Bomben mit einem Gewicht von bis zu 100 kg transportiert werden.
Mi-2URP-GMi-2 URS – ein Prototyp, der mit Flugabwehrraketen ausgerüstet war und aus den frühen 1980er Jahren stammt. Die Konstruktion basierte auf der Mi-2 URN, jedoch wurde sie mit jeweils zwei thermisch selbstlenkenden 9M32M Strzała-2M-Raketen pro Seite (insgesamt vier Raketen) ausgestattet.
Mi-2 URP „Salamandra“ – Eine Variante, die mit Panzerabwehrraketenwerfern (RP) ausgerüstet war. In dieser Version bestand die Bewaffnung aus einer NS-23-Kanone sowie vier Unterflügelwerfern für die gelenkten Panzerabwehrraketen 9M14M „Malutka“. Zwei Prototypen wurden aus Mi-2 US umgebaut, anschließend wurden in den Jahren 1975–1984 44 Stück gebaut. Hubschrauber dieser Variante wurden 1975 an die polnischen Streitkräfte ausgeliefert.[18][19]
Mi-2 plusMi-2 URP-G „Gniewosz“ - Die Schlingnatter ist eine modifizierte Mi-2 URP, bei dem die serienmäßige Halterung für Panzerabwehrraketen durch einen integrierten Träger „Salamandra-Gniewosz“ ersetzt wurde. Auf diese Weise können an der Spitze jedes Auslegers zwei 9M32M Strzała-2M-Flugabwehrraketen angebracht werden. Ursprünglich wurden 6 Maschinen umgebaut, die seit 1988 im Einsatz sind.
Mi-2 plus – Der Mi-2 plus ist eine im 21. Jahrhundert bei WSK Świdnik entwickelte Modernisierung des Mi-2. Die wichtigsten Änderungen gegenüber dem Originalmodell sind der Einsatz leistungsstärkerer GTD-350W2-Triebwerke mit einer Start- und Spitzenleistung von 435 PS (319,9 kW), laminierte Rotorblätter anstelle von Metallblättern sowie neue Funk- und Navigationsgeräte der Firmen Honeywell und Garmin. Die auf den Plus-Standard modernisierten Mi-2-Hubschrauber wurden 2003 bei der Lotnicze Pogotowie Ratunkowe (LPR, polnische Luftrettung) in Dienst gestellt und blieben bis 2011 im Einsatz, als sie durch Eurocopter EC135-Hubschrauber ersetzt wurden. Käufer der bisher bei der LPR eingesetzten Mi-2 Plus wurde das polnische Unternehmen Heliseco. Neben der Modernisierung der bei der LPR im Einsatz befindlichen Mi-2 wurden in den Jahren 2003–2005 11 oder 12 Mi-2-Plus-Hubschrauber für die indonesische National Polizei von Grund auf neu hergestellt (ausgeliefert im Jahr 2005). Weitere Nutzer des Mi-2 plus sind: die polnische Polizei (Registrierungsnummer SN-07XP) sowie Hispánica de Aviación (Registrierungsnummer SP-SGI).[20][21]
Mi-2MSB-2PZL Kania – Der PZL Kania ist ein polnischer Hubschrauber, der Ende der 1970er- und Anfang der 1980er-Jahre bei WSK Świdnik auf der Grundlage des Mi-2 für westliche Märkte entwickelt wurde. Im Vergleich zum Mi-2 erhielt der Kania neue amerikanische Allison-250-C20B-Triebwerke sowie westliche Avionik. Zudem wurde der Rumpf überarbeitet und es wurden eine neue Innenausstattung sowie laminierte Rotorblätter verbaut. Auf der Grundlage des PZL Kania war auch die Entwicklung weiterer Hubschrauber geplant: PZL Taurus II und PZL Kormoran; diese Projekte wurden jedoch nie realisiert.
Mi-2 MSB/MSB-1/MSB1-W – Nach der Übernahme des WiAZ-Werks in Winniza durch das Unternehmen Motor Sitsch im Jahr 2011 wurden die Arbeiten zur Modernisierung der Mi-2-Hubschrauber aufgenommen. Der Hubschrauber wird unter Verwendung von Verbundwerkstoffen gefertigt. Die Maschine verfügt vor allem über neue ukrainische AI-450M-Triebwerke mit einer Leistung von 400–465 PS sowie einem neuen Hauptgetriebe vom Typ WR-442. Eine neue digitalen Avionik. Das Cockpit ist so weit mit der Mi-8MSB -W so kompatibel, dass ein auf dem Mi-2MSB ausgebildeter Pilot über die Fähigkeiten und Gewohnheiten verfügt, die einen schnellen Übergang auf den neuen Hubschraubertyp ermöglichen.[22][23]
Mi-2 MSB-2 – von Motor Sitch zur Passagiertransportversion für die Zivilluftfahrt modernisiert.[24]
Mi-2MSB2-W– Ist die bewaffnete Version des MSB-2. Ebenfalls wurden sie mit zwei 8 × 80mm B8W8MSB-Raketenwerfern (ungelenkt) ausgestattet. Im Jahr 2012 wurde angekündigt, dass 12 Mi-2-Hubschrauber, die vom ukrainischen Innenministerium eingesetzt werden, auf diesen Standard umgerüstet werden sollen.[25][26][27]
Mil Mi-2 AM-1 (2017)Mi-2 AM-1 – ist ein ukrainischer ziviler Mehrzweckhubschrauber, der auf der Mi-2MSB basiert. Er ist für verschiedene Aufgaben vorgesehen, insbesondere für die Evakuierung verwundeter und verletzter Soldaten. Er ist mit moderner medizinischer Ausrüstung ausgestattet. Der Hubschrauber wird unter Verwendung von Verbundwerkstoffen gefertigt und verfügt über eine gewichtsreduzierte Kabine. Er ist außerdem mit einem digitalen Motorsteuerungssystem und einem Getriebesteuerungssystem ausgestattet, bei dem alle analogen Komponenten durch eine moderne digitale Konsole ersetzt wurden.[28][29]
Bundesrepublik Deutschland – Bundeswehr 25 Maschinen, Polizei der jeweiligen neuen Bundesländer 15 Maschinen. Bis 1994 alle ausgemustert.
Deutsche Demokratische Republik – 48 Maschinen von WSK Świdnik zwischen 1974 und 1985 geliefert. 33 für die Luftstreitkräfte, 15 für die Grenztruppen. Fünf dieser Maschinen gingen durch Abstürze verloren. Nach Auflösung der DDR wurden die Maschinen von der Bundeswehr bzw. den jeweiligen Bundesländern übernommen. Die letzte wurde 1994 außer Dienst gestellt. Alle Maschinen wurden verkauft, z.B. 5 nach Bulgarien (Aeroscaritas), oder stehen in Museen.
Sudan – 2 Maschinen. Aufgrund des Bürgerkrieges und der anschließenden Teilung des Landes ist der Verbleib und Status unbekannt.
Syrien – 15 Maschinen, einst für die syrischen Luftstreitkräfte angeschafft. Anzahl und der Verbleib der Maschinen durch den syrischen Bürgerkrieg und die massiven Angriffe der israelischen Luftstreitkräfte im Dezember 2024 unbekannt.[33]
Südkorea – Insgesamt 6 Maschinen, alle in zivilen Unternehmen. Das Unternehmen Sky (ehemals Star Aerospace und auch ehemals Star Airline) verfügen jeweils über 4 Maschinen. Eine davon ist gemietet, 3 wurden gekauft. Die Unternehmen Pearl Korea und Heliworld besitzen jeweils eine.[34]