Michael Kiehn
Michael Kiehn (* 11. April 1958[1] in Dillingen/Saar[2]) ist ein deutscher Botaniker und Hochschullehrer. Sein offizielles botanisches Autorenkürzel lautet „Kiehn“.
Leben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Kiehn absolvierte ab 1978 sein Biologiestudium in Saarbrücken und Kaiserslautern. 1986 promovierte er mit der Dissertation Karyologische Untersuchungen und DNA-Messungen an Rubiaceae und ihre Bedeutung für die Systematik dieser Familie unter der Leitung von Friedrich Ehrendorfer am Institut für Botanik der Universität Wien, wo er anschließend in den Abteilungen Systematische und Evolutionsbotanik und Biogeographie tätig war, und Aufgaben in Lehre, Verwaltung und Forschung übernahm. Von 1991 bis 2005 war er Forschungsassistent mit besonderen Aufgaben als Kurator des Botanischen Gartens der Universität Wien. Im Jahr 2002 wurde er Assistenzprofessor an der Universität Wien. Im Jahr 2005 habilitierte er sich zum außerordentlichen Universitätsprofessor (Venia docendi) für Botanik an der Universität Wien. Von 2006 bis 2010 war er Leiter der Abteilung Biogeographie der Universität Wien. Von 2006 bis 2024 war er Direktor des Botanischen Gartens der Universität Wien. Seit 2022 ist er akademischer Leiter der Studium generale der Universität Wien. Seit 2024 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter am Botanischen Garten der Universität Wien.
Zu seinen Forschungs- und Lehrgebieten zählen die Phylogenie, Evolution und Radiation der Bedecktsamer (Angiospermen) mit besonderem Schwerpunkt auf Inseln, der nationale und internationale Natur- und Umweltschutz, Ethik, Didaktik der Biologie, die Geschichte, Aufgaben und strategische Planung Botanischer Gärten sowie die botanische Wissenschaftsvermittlung. Michael Kiehn veröffentlichte mehr als 300 wissenschaftliche Arbeiten in peer-reviewed Fachzeitschriften, Büchern und Tagungsberichten. Seine Schwerpunkte sind tropenbiologische Fragestellungen, arten- und naturschutzbezogene Themen sowie Fragestellungen im Kontext Botanischer Gärten.
Er ist Mitglied der Österreichischen Biodiversitätskommission und seit deren Gründung im Jahr 1998 gewählter Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Österreichischer Botanischer Gärten. Darüber hinaus nimmt er derzeit mehrere internationale Funktionen wahr, darunter als Vizepräsident der International Association of Botanical Gardens (IABG), als gewählter österreichischer Vertreter im European Consortium of Botanic Gardens, als Vorsitzender der IPEN Coordination Group (International Plant Exchange Network), als Mitglied des Steuerungsausschusses des European Native Seed Conservation Network (ENSCONET) sowie als Mitglied der IUCN Seed Conservation Specialist Group. 2014 wurde er in die Akademie gemeinnütziger Wissenschaften zu Erfurt gewählt.
Kiehn beschrieb 15 neue Arten der Orchideengattung Bulbophyllum, darunter Bulbophyllum annamense, Bulbophyllum arminii, Bulbophyllum bulhartii, Bulbophyllum cercanthum, Bulbophyllum confusum, Bulbophyllum glebodactylum, Bulbophyllum mattesii, Bulbophyllum mona-lisae, Bulbophyllum neoebudicum, Bulbophyllum pseudopicturatum, Bulbophyllum puluongensis, Bulbophyllum reifii, Bulbophyllum schwarzii, Bulbophyllum strigosum und Bulbophyllum wechsbergii.
Schriften (Auswahl)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Costa Rica. Klima, Naturlandschaften, Geschichte und Politik, in: P. Sehnal, H. Zettel (Hg.), Esquinas Nationalpark. Der Regenwald der Österreicher in Costa Rica, 25–30. Wien: Naturhist. Mus. Wien 1996. 1996
- Die Lebenszonen Costa Ricas, in: P. Sehnal, H. Zettel (Hg.), Esquinas Nationalpark. Der Regenwald der Österreicher in Costa Rica, 31–39. Wien: Naturhist. Mus. Wien 1996. 1996
- Chromosome counts on Angiosperms cultivated at the National Tropical Botanical Garden, Kaua´i, Hawai´i, in: Pacific Science 50(1996), S. 317–323 (zus. mit David H. Lorence). 1996
- Diversity of Rubiaceae in the Esquinas Rainforest, Costa Rica in: T. Stützel (Hg.), 15. Intern. Symp. Biodiversität und Evolutionsbiologie, Bochum 23.–28.9.2001, 122. Bochum: Ruhr-Universität, Lehrstuhl für Spezielle Botanik 2001 (mit Sabine Will). 2001
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Studien zur Wiener Geschichte. Jahrbuch des Vereins für Geschichte der Stadt Wien. Band 69/71 (2013/2015). ISSN 1027-8788. (Kurzvita für Michael Kiehn auf Seite 35)
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Michael Kiehn Study and Career (Curriculum Vitae englisch)
- Autoreneintrag für Michael Kiehn beim IPNI
- Plenary Speakers: European Botanic Gardens Congress 16–22 May 2022, Budapest: Michael Kiehn
- Profil bei ORCiD
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Cibera ForscherWiki: Kiehn, Ass.Prof. Dr. Michael. 15. April 2009, archiviert vom am 27. April 2019; abgerufen am 4. Juni 2026.
- ↑ Michael Kiehn. In: LUX: Yale Collections Discovery. Abgerufen am 4. Juni 2026 (englisch).
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Kiehn, Michael |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Botaniker und Hochschullehrer |
| GEBURTSDATUM | 11. April 1958 |
| GEBURTSORT | Dillingen/Saar |