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Leila Zerrougui

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Leila Zerrougui (2013)

Leila Zerrougui (arabisch ليلى زروقي, DMG Lailā Zarrūqī; geboren 1956 in Souq Ahras) ist eine algerische Expertin für Menschenrechte und Justizverwaltung. Sie war von 2018 bis 2021 UN-Sonderbeauftragte des UN-Generalsekretärs für die Demokratische Republik Kongo und Leiterin der MONUSCO.

Herkunft und Ausbildung

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Leila Zerrougui kam 1956 in Souk Ahras im Nordosten Algeriens zur Welt. Sie schloss ihr Studium an der Ecole Nationale d'Administration in Algier 1980 ab. Seit 1993 hatte sie verschiedene akademische Positionen an juristischen Fakultäten in Algerien inne und war außerordentliche Professorin an der L'Ecole Supérieure de la Magistrature in Algier. Sie veröffentlichte zahlreiche Publikationen zu den Themen Rechtspflege und Menschenrechte.[1]

Von 1980 bis 1986 arbeitete Leila Zerrougui als Jugendrichterin und Richterin der ersten Instanz, von 1986 bis 1997 dann als Richterin am Berufungsgericht. 2000 wurde sie zum Mitglied des Obersten Gerichtshofs Algeriens ernannt. Von 1998 bis 2000 war sie als Rechtsberaterin des Justizministeriums und von 2000 bis 2008 als Rechtsberaterin für das Kabinett des algerischen Präsidenten tätig. Darüber hinaus war sie Mitglied der algerischen Nationalkommission für die Reform der Justiz.

Seit 2001 war sie Mitglied der UN-Arbeitsgruppe gegen willkürliche Inhaftierungen beim Menschenrechtsrat der Vereinten Nationen und von 2003 bis Mai 2008 Vorsitzende und Berichterstatterin dieser Arbeitsgruppe.

2008 wurde sie Stellvertreterin von Alan Doss als Leiter der Stabilisierungsmission der Vereinten Nationen in der Demokratischen Republik Kongo (MONUSCO) zur Stärkung der Rechtsstaatlichkeit und zum Schutz der Zivilbevölkerung.[2]

Im September 2012 wurde sie Nachfolgerin der Sri Lankerin Radhika Coomaraswamy als Sonderbeauftragte des UN-Generalsekretärs für Kinder in bewaffneten Konflikten. In dieser Funktion setzte sie sich als unabhängige Fürsprecherin dafür ein, das Bewusstsein für die Rechte und den Schutz von Kindern und Jugendlichen, die von Kriegen und anderen bewaffneten Konflikten betroffen sind, zu schärfen. Im Mai 2017 wurde sie durch Virginia Gamba abgelöst.

Von 2018 bis 2021 war Zerrougui UN-Sonderbeauftragte des UN-Generalsekretär für die Demokratische Republik Kongo und Leiterin der MONUSCO.[3] Ihre Amtszeit war durch viele Gewaltausbrüche im Kongo mit Tausenden Toten, Millionen Binnenvertriebenen und weitverbreiteter sexualisierter Gewalt geprägt, aber auch durch die Armut im Land, die schwache Gesundheitsversorgung, Covid-19 und andere Epidemien. 2021 wurde die Guineerin Bintou Keita ihre Nachfolgerin.[4]

Präsident Abdelmadjid Tebboune ernannte Zerougui im September 2021 zur Sonderbeauftragten für wichtige internationale Partnerschaften („envoyée spéciale chargée des grands partenariats internationaux“).[5]

Commons: Leila Zerrougui – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. Leila Zerrougui | United Nations Office of the Special Representative of the Secretary-General for Children and Armed Conflict. Childrenandarmedconflict.un.org, abgerufen am 16. Februar 2026 (englisch).
  2. Secretary-General appoints Abdallah Wafy of Niger Deputy Special Representative for the Democratic Republic of the Congo. In: Press release. United Nations, 26. Juni 2013 (englisch).
  3. RDC : l'Algérienne Leila Zerrougui nommée cheffe de la Monusco In: Le Monde.fr, 28. Dezember 2017. Abgerufen am 16. Februar 2026 (französisch). 
  4. DRC: MONUSCO head Bintou Keita steps down early. Abgerufen am 16. Februar 2026 (englisch).
  5. Algerien: Ernennungsrunde im diplomatischen Korps, sieben neue „Sondergesandte“ sind unterwegs. nova.news, abgerufen am 16. Februar 2026.
Leila Zerrougui
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