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Gemeine-Welt-Syndrom

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Gemeine-Welt-Syndrom (englisch mean world syndrome) bezeichnet eine Theorie aus dem Bereich der Kultivationshypothese in der Psychologie und geht auf den Medienpsychologen George Gerbner zurück,[1] der sich mehr als 20 Jahre mit der Fragestellung beschäftigte und diesen Ausdruck in einer Arbeit 1990 einführte.[2] Es wurde mehrfach untersucht, bestätigt und ist Resultat der Betrachtung der Welt aus der medialen Brille heraus, die aus verschiedenen Gründern heraus besondere Ereignisse fokussieren, die Medienkonsumenten mehr als der ereignisfreiere Alltag interessieren.[3]

Das Gemeine-Welt-Syndrom beschreibt eine bestimmte menschliche Reaktion auf den langanhaltenden und alltäglichen Konsum von Gewalt­darstellungen in den Medien.[3] Demnach würden die Betroffenen zu der Einschätzung kommen, dass die sie umgebende Welt und andere Menschen einen für sie bedrohlichen Charakter hätten. Gewalt und Gefahr würden verstärkt als alltäglich und normal angesehen.[3] Dazu könnten sich bei manchen der Betroffenen allgemeine Ängste und Depressionen einstellen.[4] Die normale Umwelt werde mit einem vermehrten Misstrauen betrachtet, Vielseher (englisch heavy viewers) sähen sich in diesem Zusammenhang vermehrt in einer Opferrolle.[4]

Zugrunde liegende Thesen

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Das Phänomen kann man mit der Framing-Theorie der Kognitionsforscher George Lakoff und Elisabeth Wehling der 1980er Jahre[5] und der These erklären, dass Sprache nicht neutral ist und Highlighting und Hiding nach Lakoff und Mark Johnson, ebenso der 1980er Jahre,[6][7] vorgenommen werden muss. Dies gilt für die Themenauswahl und auch für die Formulierungen bei Ereignissen. Beispielsweise assoziiert man mit Mörder andere Bilder in der Vorstellung als mit Amokläufer, auch wenn die gleich Zahl Getöteter vorhanden ist.[3]

Einzelnachweise

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  1. Katrin Krumm: Paul Wallington: Mean World Syndrome. In: gallerytalk.net. Gallerytalk GmbH, 19. Februar 2024, abgerufen am 19. Mai 2026.
  2. Olga Herschel: Unsicherheit bekämpfen • Z+ - Empfehlung: Wie man lernt, die Unsicherheit zu umarmen. In: Zeitverlag Gerd Bucerius GmbH & Co. KG (Hrsg.): Die Zeit. 24. Juni 2025, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 19. Mai 2026]).
  3. 1 2 3 4 Sabine Schiffer: Gefühlte Unsicherheit und die Macht der Medien. In: Neue Gesellschaft | Frankfurter Hefte. Friedrich-Ebert-Stiftung Berlin, 1. Dezember 2018, abgerufen am 19. Mai 2026.
  4. 1 2 Es herrscht ein falscher Blick auf die menschliche Natur. In: Wirtschaftsforum.de. 360 Grad Marketing GmbH, 2026, abgerufen am 19. Mai 2026 (deutsch).
  5. Wissenschaftliche Analyse Framing – Zweifelsfälle. Carl von Ossietzky Universität Oldenburg, 18. April 2020, abgerufen am 19. Mai 2026.
  6. Julius Erdmann: Metapher. Universität Potsdam, Institut für Romanistik, 2015, abgerufen am 19. Mai 2026.
  7. Anna Reindl: Zur Linguistik des Wissenstransfers. Universität Duisburg, Fakultät für Geisteswissenschaften, 21. Dezember 2020, abgerufen am 19. Mai 2026.
Gemeine-Welt-Syndrom
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