Chase YC-122
| Chase YC-122 | |
|---|---|
YC-122C (49-2882) | |
| Typ | Transportflugzeug |
| Entwurfsland | |
| Hersteller | Chase Aircraft Company |
| Erstflug | 18. November 1948 |
| Stückzahl | 12 |


Die Chase YC-122 (Werksbezeichnung MS-7 Avitruc) war ein Transportflugzeug des US-amerikanischen Herstellers Chase Aircraft aus den späten 1940er Jahren. Die Entwicklung der YC-122 basierte auf der Chase YCG-18A, dem ersten Ganzmetall-Lastensegler.
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Nach der Gründung von Chase Aircraft durch Michael Stroukoff im Februar 1943 entwickelte und baute das Unternehmen die Lastensegler XCG-14 mit 16 Plätzen, die XCG-14A (24 Plätze) und Ende 1947 die 32-sitzige XCG-18A. Die USAF-Offiziellen waren jedoch auch an einem Kampfzonentransporter interessiert, der mit eigenem Antrieb operieren konnte. Das Air Materiel Command beauftragte deshalb Chase damit, die zweite YG-18A (USAAF-Seriennummer 47-641, im Juni 1948 waren die XCG-18A in YG-18A umbenannt worden) mit zwei, jeweils 1100 PS leistenden Pratt & Whitney R-2000-11-Sternmotoren auszustatten. Dieser Prototyp flog zum ersten Mal am 18. November 1948 und erhielt nach der Übergabe an die USAF die militärische Bezeichnung YC-122. Abgesehen von den Triebwerken und den Treibstofftanks wurden die maßgebenden Merkmale des ursprünglichen Segelflugzeugs beibehalten: festes Bugradfahrwerk, kastenförmiger Rumpf und ein deutlich nach oben gezogenes Heck mit einer hydraulisch betätigten Laderampe.
Zwei weitere Prototypen mit 1300 PS leistenden Sternmotoren Pratt & Whitney R-2000-3 wurden Anfang 1949 als YC-122A ausgeliefert. Nach einem Austausch der Triebwerke bei einem Exemplar (48-1370) gegen zwei Wright R-1820-101 mit je 1450 PS war die Bezeichnung YC-122B. Zur gleichen Zeit entschied jedoch das Air Materiel Command, dass eine motorisierte Variante der größeren Chase CG-20, die ein einziehbares Fahrwerk besaß, für eine Serienfertigung das größere Entwicklungspotential besäße.
Um kurzfristig mehr Erfahrung mit einem kleineren Transportflugzeug im Feldeinsatz zu gewinnen, erhielt Chase Aircraft den Auftrag zum Bau von neun weiteren YC-122C (mit Wright-Triebwerken). Zwischen 1951 und 1955 nahmen die Maschinen als Teil von Truppentransporteinheiten an Übungen auf der Stewart AFB (Tennessee) und der Ardmore AFB (Oklahoma) teil. Bis 1957 wurden alle Flugzeuge außer Dienst gestellt. Der Rumpf einer YC-122C diente später als Grundlage für das experimentelle Wandelflugzeug Hiller X-18.
Versionen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]nach Andrade, 1979, S. 87
- YC-122 (MS-7)
- YG-18A (47-641) mit zwei Pratt & Whitney R-2000-11 mit je 1.100 PS (ca. 810 kW)
- YC-122A
- Zwei Vorserienflugzeuge (48-1369/70)
- YC-122B
- YC-122A (48-1370) mit neuen Triebwerken R-1820-101, je 1.425 PS (ca. 1.050 kW)
- YC-122C (MS-7C)
- Neun Flugzeuge in Serienausführung (49-2879 bis 2887)
- Hiller X-18
- Umbau der 49-2883 zu experimentellem Wandelflugzeug
Technische Daten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Kenngröße | Daten YC-122C[1] |
|---|---|
| Besatzung | 2 |
| Passagiere | 30 voll ausgerüstete Soldaten oder 24 Personen auf Liegen + 2 Betreuer oder 3400 kg Fracht |
| Länge | 18,81 m |
| Spannweite | 29,18 m |
| Höhe | 8,72 m |
| Laderaum | 9,65 m (Länge) × 2,34 m (Breite) × 1,98 m (Höhe) |
| Flügelfläche | 75,7 m² |
| Flügelstreckung | 11,2 |
| Leermasse | 8620 kg |
| max. Startmasse | 18.160 kg |
| Marschgeschwindigkeit | 320 km/h |
| Höchstgeschwindigkeit | 384 km/h |
| Dienstgipfelhöhe | 8870 m |
| Reichweite | 1600 km bei optimaler Marschgeschwindigkeit auf Meereshöhe |
| Triebwerke | 2 × Sternmotor Wright R-1820 mit je 1.425 PS (ca. 1.050 kW) |
Siehe auch
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- E. R. Johnson: American Military Transport Aircraft, McFarland and Co., 2013, ISBN 978-0-7864-3974-4, S. 192–194.
- John M. Andrade: U.S. Military Aircraft Designations and Serials since 1909, Midland Counties Publ., 1979, ISBN 0-904597-22-9, S. 87.
- Leonard Bridgman (Hrsg.): Jane’s All The World’s Aircraft – 1950–51, Samson Low, Marston & Company, Ltd., London 1950, S. 214c f.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Jane’s 1950–51, S. 214c f.